Verfasst von: Eva | 19/09/2009

Wir haben nur ein Leben

Landschaft

Keine sonderlich überraschende Aussage – und doch eine, die wir uns viel zu selten vor Augen halten.

Was bedeutet das eigentlich? Wie oft machen wir uns das wirklich klar?

Es bedeutet, dass jeder Mensch, völlig unabhängig davon, ob es ihm gefällt oder nicht, in eine bestimmte Familie unter bestimmten Bedingungen, ausgestattet mit bestimmten Fähigkeiten hinein geboren wird. Er hat kein Mitspracherecht dabei, es ist einfach so.

Die einzige Wahl, die wir haben – nicht zu Anfang, aber irgendwann – ist jene, wie wir damit umgehen. Diese Freiheit kann uns niemand nehmen (ebenso wenig allerdings auch die Verantwortung – selbst wenn wir sie abgeben, liegt das in unserer Verantwortung …).

Es kann viele Jahre dauern, bis uns das bewusst wird, oft ist es ein langer Weg, der dahin führt. Konventionen, äußere und innere Einflüsse verstellen uns den Blick darauf. Es liegt nicht im Wesen von Bewusstheit, dass sie sich über Nacht aus heiterem Himmel auftut.

Wer sich jedoch eines Tages darin wiederfindet, muss sich entscheiden, ob er die Regie für sein Leben annimmt oder nicht. Ganz egal, wie eingeschränkt die Möglichkeiten auch sein mögen oder was uns offen steht – die Wahlfreiheit ist meist größer als wir glauben. Sie ist niemals unendlich, sie kommt nicht einmal in die Nähe von Uneingeschränktheit, doch ihr Rahmen ist meist weiter als wir annehmen.

Solange wir uns in Sollen, Müssen und kaum hinterfragten Begrenzungen bewegen, bleiben wir im Käfig unserer gewohnten Vorstellungen. Der Blick reicht immer nur bis zum eigenen Horizont. Doch Horizonte sind keine ummauerten Grenzen, sie sind davon abhängig, wo wir stehen. Wenn wir weiter gehen, verändert sie sich auch der Horizont.

Ich kenne Menschen, die es nie gewagt haben, einen Schritt weiter zu gehen und die immer in derselben Begrenztheit leben. Das, was für sie Leben ist, definiert sich aus dem Terrain, das sie kennen.

Wir müssen keine Fallschirmspringer sein, um neue Gebiete zu erkunden, es geht auch zu Fuß ganz gut. Je nach Naturell springen manche lieber und manche setzen eben vorsichtig Schritt für Schritt. Der Fluss des Lebens hat für jeden sein individuelles Tempo.

Wer jedoch ständig am Altbekannten und –bewährten festhalten möchte, läuft wie ein Pferd, eingesperrt in einer Koppel, ständig im Kreis.

Das Leben bietet so viele Möglichkeiten, dass wir ganz gewiss nicht alle davon ausschöpfen können. Wenn wir sie nicht sehen können, haben wir nicht begriffen, dass wir nur ein Leben haben.

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Responses

  1. Lebensregie… müssen wir sie selber übernehmen? Klar ist, dass wir vorangehen müssen, genauso, wie du es sagst, sehr gut sagst! Doch ich glaube trotzdem, dass ein Weg bereitet ist für uns, wir müssen uns nur darauf einlassen ihn zu suchen…

  2. Dazu kann ich nur sagen – Ja und Nein Wir müssen uns auf uns selber einlassen. Aber der Weg, der sich daraus ergibt, verlangt immer wieder neue Regie. Dass es einen vorgezeichneten EINZIGEN und damit schicksalshaft bestimmten Weg gibt, glaube ich nicht. Die Wahlfreiheit, die wir haben, ist gegeben – ebenso zum Besten wie zum Schlechtesten.
    Vielleicht meinst du mit dem Weg, den wir suchen sollten, den bestmöglichen? Dann stimme ich dir zu.

    LG
    Eva


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