Verfasst von: Eva | 15/01/2010

Warum

Es kommt manchmal vor, dass jemand wissen möchte, wie ich zu meiner Themenwahl hier komme. Ich wurde gefragt, ob ich dafür einen Plan habe oder ob ich etwas lese und dann dazu „meinen Senf abgeben möchte“.

Dazu kann ich folgendes sagen: Plan habe ich keinen. Ich schreibe nur über Dinge, die mich innerlich beschäftigen und bewegen – und worüber ich mir eine schlüssige Meinung gebildet habe. Ganz selten kommt es vor, dass ich aktuell etwas lese und dann gleich darüber hier reflektiere. Dazu muss es mich schon sehr anrühren – im Positiven oder Negativen. Wenn ich ansonsten über Gelesenes schreibe, liegt das meist schon weiter zurück. Wie eben über manche Bücher oder Autoren, die mich sehr angesprochen haben.

Ich schreibe weder nach Plan, noch halte ich mich dabei an vorher festgelegte Strukturen. Mein leidenschaftliches Interesse gilt – ist wohl unübersehbar – psychologischen und soziologischen Themen. Das ist einfach meine Passion. Dass es verhindernde Lebensumstände gab, die mich davon abhielten, meine Passion auch zu meinem Beruf zu machen, kann ich heute nicht mehr ändern, aber meinen intensiven autodidaktischen Einsatz ließ ich mir nie nehmen.

Mir ist klar, dass die Aussagen von Fachleuten – also Menschen mit der entsprechenden Ausbildung darin – vielleicht weit mehr Gewicht haben als meine Gedanken und Erkenntnisse. Andererseits aber habe ich aber auch oft festgestellt, dass die Freiheit ohne Verpflichtung einer bestimmten Richtung gegenüber (denn jeder, der sich spezialisiert, ist davon durchdrungen) auch seine Vorteile hat.

Mag sein, ich kann nicht mit spezialisiertem Fachwissen aufwarten, aber dafür verliere ich mich auch nicht darin. Mir ist es wichtig, zu allem eine gewisse Distanz zu wahren und mich nicht mit Haut und Haaren in ein einziges Spezialgebiet zu begeben. Dennoch sind menschliche Themen mein Spezialgebiet. Nur die Sichtweise darauf ist – abgesehen von meiner eigenen Subjektivität – nicht festgelegt.

Und an meiner Subjektivität arbeite ich, versuche zumindest, ihren Horizont ständig zu erweitern.

Das meiste, worüber ich schreibe, schreibe ich aus erlebter Erfahrung. Theoretisieren ist nicht mein Ding – es ist mir meistens zu abgehoben. Ich brauche immer die Verbindung zwischen Praxis und Theorie. Daher lasse ich mich auch nie nur von Gelesenem oder Gehörten, das schlüssig klingt, überzeugen. Es muss auch in der Praxis Bestand haben und dazu passen. Da ich eine ausgeprägt pragmatische Ader habe, lasse ich mich diesbezüglich kaum auf abgehobene Behauptungen ein.

Apropos berufliche Passion: Ich habe vor, nächstes Jahr eine Ausbildung in logotherapeutischer und existenzanalytischer Lebensberatung zu beginnen. Logotherapie deshalb, weil sie eine Richtung ist, die sehr wenig einschränkt. Sie beinhaltet einen humanistischen Ansatz, den ich sehr mag. Ob ich diese dreijährige Ausbildung abschließen werde, weiß ich heute noch nicht. Dass ich mit Viktor Frankls Gedanken in vielem konform gehe, weiß ich aber. Ich hatte vor vielen Jahren persönlichen Kontakt zu ihm und verstand mich prächtig mit ihm.

Bislang habe ich jedenfalls noch keine andere Richtung gefunden, die mich mehr anspricht. Dennoch sehe ich seine Lehre nur als Basis an, mit der ich mich intensiver auseinander setzen möchte – doch weiß ich auch, dass ich mir dazu wieder meine eigenen Gedanken machen und nichts unkritisch übernehmen werde. Im Vorfeld meiner Erkundungen diesbezüglich habe ich zumindest den Eindruck bekommen, dass dies bei dieser Ausbildung sein darf.

Aber es ist ja noch ein Jahr Zeit bis dahin. Wer weiß, was da noch alles passiert…

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