Verfasst von: Eva | 04/03/2010

Beobachtungen esoterischer Weisheiten …

Seit ich nichts, aber auch schon gar nichts mehr am Hut habe mit esoterischen Wahrheiten und mich intensiv damit beschäftige, warum Menschen zutiefst in dieses Weltbild gleiten bzw. welche Möglichkeiten sich ihnen dort eröffnen, blicke ich von einer ganz anderen Warte aus dahin als früher.

Und es ist immer wieder erstaunlich, wie einfach es ist, zu sehen, was geschieht.

Jemand, der Probleme hat, wendet sich damit – nicht an Psychotherapeuten oder Lebensberater – sondern an Astrologen, Wahrsager, Kartenleger oder Hellseher. Der Stundenlohn dafür ist meist höher als für Psychotherapeuten, obwohl all diese „Berater“ selbst ernannte sind. Sie haben weder eine fundierte psychologische Ausbildung noch sind sie auf dem Laufenden der wissenschaftlichen Forschung bezüglich psychischer Mechanismen. Sie unterliegen keinerlei Vorschriften, sie können einfach ihre Meinung verkaufen und dafür 100 Euro pro Stunde verlangen ohne sich jemals den fachlichen Hintergrund angeeignet zu haben.

Für den naiven Klienten stehen sie aber auf derselben Stufe wie ausgebildete Psychotherapeuten, die 10 Jahre oder mehr Ausbildung hinter sich haben. Ein Astrologe kann sich einfach Astrologe nennen. Mehr ist da nicht. Er kann zwar auch „Ausbildungen“ nachweisen und sich sogar auf den DAV berufen (Deutscher Astrologen Verband), aber das ist nichts anderes als ein Verein, in dem alle darin überein stimmen, gewisse Inhalte zu vermitteln. Es gibt keinerlei Forschung dazu, keinerlei wissenschaftliche Anerkennung.

Es ist so verrückt, dass es kaum fassbar ist – aber es gibt sogar intelligente Menschen – die voll und ganz an Astrologie glauben. Sie erstellen per Computer ein Horoskop und deuten drauf los. Was jedoch selten beachtet wird, ist, dass die Erzählungen des Klienten meistens, wenn nicht immer, den Deutungen voraus gehen. Ein Mensch erzählt also etwas von seinem Leben und der Astrologe sucht im „Horoskop“ nach Entsprechungen. Die findet er natürlich unter Garantie immer. Denn er sucht ja gezielt nach Entsprechungen zum Problem des Klienten.

Es ist völlig belanglos, ob dieser Klient diese und jene „Konstellation“ hat. Die Entsprechung wird IMMER gefunden!
Da ich mich selbst mal für Astrologie interessiert habe, kann ich das aus persönlicher Erfahrung sagen. Freunde von mir haben mir bestätigt, dass ich unheimlich gut ihre Probleme getroffen hatte. Ja – warum auch nicht? Ich bin ein äußerst einfühlsamer Mensch, der sehr rasch erfasst, um welche Probleme es sich bei meinem Gegenüber handelt. Und mit diesem Gespür habe ich natürlich auch dessen Horoskop „gedeutet“.

Dennoch – es ist eine komplett verrückte Welt, wenn man meint, man könne einen Menschen aufgrund seines Horoskops, das ohnehin astronomisch nicht mehr stimmt, weil sich die Sternzeichen längst verschoben haben, als Mensch erfassen.
Mir kommt das vor, als würde man überhaupt kein Gespür für Menschen haben und sie nur mehr aufgrund einer imaginären Landkarte einstufen….

Eine Aussage aus einer astrologischen Praxis:
„Immer wieder überrascht mich, wie klar sich die Vielfalt der Probleme in den Horoskopen zeigt.“

Könnte es nicht so sein, dass es eine riesige Vielfalt von Anliegen gibt und man jede – wenn man schon davon so indoktriniert ist – in seine Weltsicht pressen kann? Wer geht schon mit seinen Problemem zu einem Astrologen? Nur diejenigen, die sich vor Psychotherapien ängstigen oder so gerne hören möchten, dass mit ihnen ja doch alles stimmt – und im schlimmsten Fall höhere Mächte für unsere Schwierigkeiten verantwortlich seien. Ich glaube gerne, dass sich für einen „Astrologen“ alle Probleme in den Horoskopen widerspiegeln. Denn er denkt alles in diesen Kategorien, er kann gar nicht anders, er sucht beständig nach „Konstellationen“ dafür. Er hat einfach keine andere Denkweise parat.

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Responses

  1. Du hast vollkommen Recht!
    Nur, es ist vollkommen egal, ob etwas passiert, weil wir überzeugt davon sind, dass die Sterne es so wollen oder ob es passiert, weil wir es uns wünschen, oder ob es passiert, weil wir es bereits formuliert haben und dann unbewusst realisieren, oder ob es geschieht, weil wir ‚kleine‘ Götter sind. Es geschieht einfach 😉
    Aus der Placeboforschung weiß man, dass es völlig egal ist, ob die Leute ‚leere‘ Pillen, Tropfen, Handauflegungen oder sonstwas kriegen. Es wirkt das am besten, an das der Jeweilige am meisten glaubt. Das heißt, WIR erschaffen uns alles um und in uns, brauchen dazu aber Vorstellungs- Krücken.
    Noch ein schönes Leben, Dir!
    paradise your life ! 😉

  2. Mir ist bewusst, dass Placebos wirken (können). Aber sie wirken nicht immer bei jedem und bei allen Beschwerden. Solange es mit Placebos auch getan ist, ist es ja gut.
    Wo aber nur „Vorstellungs-Krücken“ geboten werden, um massivere gesundheitliche oder psychische Probleme zu lösen und die Probleme nach anfänglicher Glaubenseuphorie wieder kommen, während gezielte Behandlung oder Hilfe vernachlässigt wurde, hört sich der Spaß auf.
    Schau mal hier:
    http://www.news.at/articles/1002/10/259588/hiv-allergie-wunderheiler-hamer-news-interview
    oder hier:
    http://www.salzburger-fenster.at/rubrik/lokales/2808/skandal-um-salzburger-krebsarzt-in_9897.html
    Und es ist im Kleinen so wie im Großen, nur dass bei schweren Krankheiten die Folgen offensichtlicher sind. Das einfach zu ignorieren und weiter den selbst ernannten Heilern das Wort zu reden und sie zu bestätigen, halte ich für falsch. Einfach weil es unverantwortlich ist.

    LG
    Eva

  3. Ok, dann hab ich leider Deinen Text falsch verstanden/ Dich anders eingeschätzt,

    Liebe Eva!
    Tut mir leid!
    Du stehst dann sozusagen noch mitten im Wald und unterscheidest zwischen guten (Psychotherapeuten) und bösen (Astrologen, Hamers) Bäumen.
    Ich fieg oben drüber und sag ‚Was brauch ich den ganzen Wald! Wie der läppisch aussieht von hier oben‘ 😉
    Liebe Grüße nach Wien

    • Wer nichts davon braucht, ist am besten dran – darin gebe ich dir Recht!

      LG
      Eva

    • Ja!
      Und NIEMAND von uns bräuchte ‚davon‘!
      Wenn die Leute bloß aus Ihrer Hypnose/ Programmierung rauskämen.
      Einige haben’s schon geschafft und es werden stetig mehr … 🙂
      Bussi

    • Eine Frau in der Gegend hier wurde vor kurzem von einem Hund (leicht) gebissen. Daraufhin entwickelte sich eine Blutvergiftung. Durch 2 Operationen konnte die Hand gerade noch gerettet werden, ohne amputiert werden zu müssen. Kommt sicher selten vor, ist Riesenpech. Aber was hätte sie deiner Meinung nach tun können, um keine Hilfe zu brauchen?
      Man kann sich nicht immer aussuchen, was man braucht. Ohne Arzt wäre sie daran wohl gestorben.
      LG
      Eva

    • Du sagst es,

      Liebe Eva!
      Soetwas ist sehr selten. Ich will auch gar nix gegen die Medizin generell sagen. Vor solchen Unfallchirurgen z. B. könnte ich knien, was die leisten; gar keine Frage.
      Bloß, wenn Du Dir die Statistiken angucks, sind zwischen 90- 95%(!) all unserer Erkrankungen sogenannte – vermeidbare – Zivilisationserkrankungen.
      Dass diese Wahnsinnszahlen nicht aufgeklärt werden und auch nicht gesagt wird WIE einfach all das zu vermeiden wäre, ist eine Riesensauerei und m.E. einzig in Geschäftsinteressen begründet.
      Ein Wort noch zu Deinem ‚ohne Arzt wäre sie gestorben‘. Vergiss nicht, dass hier die Beurteilung und die Maßnahme aus derselben Ecke kommen.
      Es gibt da sogar Arbeiten drüber – ich kenn’s allerdings nur von Krebsfällen – die besagen, dass eher großzügig in Richtung Erkrankung fehldiagnostiziert wird, da sich damit die Heilungsstatistik verbessert.
      Liebe Grüße!

    • Ich glaube, das Wissen um viele gesundheitsschädliche Verhaltensweisen, natürlich vor allem auch durch falsche Essgewohnheiten, ist doch einigermaßen bekannt. Aber ob sich jemand danach verhält, ist eine andere Sache.
      Menschen wissen, dass Bewegung gut und notwendig ist – und doch bewegen sich viele kaum. Ich bin dem Problem bei mir selbst beigekommen, indem ich einen Hund habe, mit dem ich jeden Tag bei jedem Wetter mindestens 3x raus gehe. Seither geht es mir sowohl psychisch als auch physisch um einiges besser als davor. Wenn du für dich erkannt hast, was dir gut tut und du dich auch daran hältst, dann sei froh. Ich möchte aber jetzt nicht allen Menschen empfehlen, sich einen Hund zu nehmen. 🙂
      Aufklärung ist immer gut und wichtig, Missionieren aber nicht. Und zwar deswegen nicht, weil es eigene Unsicherheit ausdrückt. Wenn mir etwas gut tut und wenn ich damit zufrieden bin, habe ich nicht das Bedürfnis, auch alle anderen davon zu überzeugen. Ich kann das Angebot machen, von dem, was ich für mich erkannt habe, zu erzählen – und damit manche erreichen, die es anspricht. In diesem Sinn wohl eher Gleichgesinnte oder solche, die sich davon angesprochen fühlen. Mehr geht aber nicht. Einzige Ausnahme – in persönlichen engen Beziehungen ist es sehr schwierig, wenn das Wertesystem beider sehr unterschiedlich ist. Da ist es irgendwie klar, dass man versucht, Überzeugungsarbeit zu leisten. Aber meist gelingt auch das nicht.

      Wer sich von anderen zu sehr beeinflussen lässt, ist nicht eigenständig. Zur Eigenständigkeit gehört Begreifen und eine freiwillige Entscheidung für oder gegen etwas. Mehr als Aufklärer können (und sollten) andere dabei nicht sein.

      LG
      Eva

  4. a) Das Wissen, das ich meine, das die Natur für uns vorsieht, ist in der Bevölkerung nicht bzw. max. im Promille- Bereich vorhanden.
    Was heute unter ‚gesund‘ läuft ist ein müder ‚Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass‘- Abklatsch, der mir z.B. als Gesundheitstrainer Probleme macht, weil mir alle ständig Geschichten erzählen wollen von jemandem der sooooo gesund gelebt hat und dennoch gestorben ist 😉

    b)Aufklären und Missionieren lässt sich weder trennen noch abgrenzen. Wo einer nur eine Schlagzeile braucht und es macht ‚klick‘ im Kopf, will ein anderer ‚bearbeitet‘ werden und ist danach auch froh, dass er’s hingekriegt hat.

    c) Wenn Du nicht das Bedürfnis hast Deine Goodies weiterzugeben ist das auch ok. Doch nach der Buddhistischen Prämisse ‚Mögen alle Wesen glücklich sein‘ zu leben, ebenfalls. Das hat so wenig mit ‚Unsicherheit‘ zu tun wie Deine Art mit ‚Egoismus‘ 😉

    d) ‚Eigenständigkeit‘ ist – entschuldige – kindisch. Alles, jedes Wort, jeder Laut, jede Mimik, jede Frucht, jeder Weg … alles haben wir anderen zu verdanken, wurde uns geschenkt. Es mischt nur jeder diese Fülle anders ab. Sich darauf etwas einzubilden finde ich etwas wichtigtuerisch.

    Liebe Grüße!

  5. Meine Art ist eben eine andere als deine, mir sind andere Dinge wichtig. Das darf sein – nach meinem Verständnis jedenfalls. Ich find’s OK, was dir am Herzen liegt, kann es für mich aber nicht genau so halten. Auf eine Grundsatzdiskussion, einen verbalen Schlagabtausch oder einen Argumentationskrieg möchte und werde ich mich aber nicht einlassen.

    LG
    Eva

  6. Jaja, schon klar und ok,

    Liebe Eva!
    Jedem Tierchen sein Pläsierchen! 😉
    Von ‚Schlagen‘ oder gar ‚Kriegen‘ ist doch bitte keine Rede!!!
    Ich hab witziger Weise gestern einen Text zu genau dem Thema geschrieben; liegt aber noch im Entwurfsordner meines blogs und wird erst in den nächsten Tagen publiziert. Heißt so ähnlich wie ‚Ihr Wahnsinnigen‘ oder so …
    Vielleicht magst mal gucken …
    Alles Liebe!


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