Verfasst von: Eva | 06/03/2010

menschen

von weit betrachtet alle gleich
die unterschiede kaum zu sehn
wie anders und facettenreich
erkennt man erst von nah besehn

vor stolz geschwellt der eitle gockel
sich ständig für was bess’res hält
stets unerreicht auf seinem sockel
blickt er herunter auf die welt

wie anders doch der träumer hier
sein blick geht in die weite
ganz still und ohne lebensgier
gedanklich nie im heute

zupackend ist der tüchtige
hat ständig viel zu tun
für ihn zählt nur das wichtige
unwichtig ist’s für ihn zu ruhn

ein intellektueller
drei bücher unterm arm
hält seinen kopf für heller
wird menschlich selten warm

um einiges lebendiger
vor blindem eifer wild
erkennt man den fanatiker
dem nur sein glauben gilt

der ängstliche ganz abseits steht
sieht überall gefahr
und weil’s ihm an die nieren geht
macht er sich meistens rar

und dort ein esoteriker
erleuchtet um sich blickt
er wär noch viel erleuchteter
wenn’s börsel nicht so drückt

ihm ähnlich ist der missionar
was allen er stets sagen will
ist selbstverständlich immer wahr
auch wenn es selten hilft

in seiner näh ein modischer
ganz stolz auf die klamotten
ein wirklich ziemlich komischer
besteht nur aus marotten

und da ist ein verliebter
vor lauter sehnsucht blind
die ganze welt, die liebt er
ist völlig durch den wind

der streithahn angriffslustig schaut
da steht doch einer ihm im weg
den hätt er nur zu gern gehaut
was er sich selten überlegt

dort geht sie die mondäne
den blick lasziv gesenkt
heißt sicherlich marlene
und ist mit schmuck behängt

der drüben könnt ein guru sein
ganz egolos erhaben
und immer wahrt er strikt den schein
sich nicht am ruhm zu laben

den ihm seine jünger schenken
mit aller erfurcht, die gebührt
er darf sehr gerne für sie denken
damit er sie durchs leben führt

eindeutig dort das liebe kind
will immer sympathie
die andren ihm sehr wichtig sind
und frei agiert es nie

und hier denkt einer positiv
man sieht es ihm gleich an
grinst ständig wie ein honigpferd
und lebt in seinem wahn

sein gegenstück, der jammerer
verkniffen schaut er drein
er ist ein ganz ein anderer
lebt immerfort in pein

der weise lehnt entspannt, gelassen
hat all das hinter sich gebracht
kann jede art sehr gut erfassen
das leben hat ihn klug gemacht

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Responses

  1. Ich bin begeistert von Deiner künstlerischen Vielseitigkeit. Das Gedicht über die Menschentypen ist dir sehr gut gelungen. Gute Beobachtungsgabe.

  2. Danke, Annamaria. Ich hatte auch viel Spaß beim „Dichten“. 🙂

    LG
    Eva


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