Verfasst von: Eva | 20/05/2010

Entscheidungen

Es gibt eine Methode, die angeblich sehr hilfreich dabei sein soll, Entscheidungen zu treffen: Man macht sich Listen mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Alternativen. Am besten mit Plus- oder Minuskreuzchen. Und am Ende zählt man beide zusammen – und hat somit die „bessere“ Alternative errechnet.

Eine noch schlimmere Variante ist es, die Vor- und Nachteile zu „gewichten“. D.h man vergibt auch noch Benotungen auf einer Skala (meist von 0 bis 10), um heraus zu finden, welche Entscheidung die größere Punktesumme hervor bringt.

Es gibt sogar Menschen, die Geld dafür verlangen, dass sie uns diese Art der Entscheidungsfindung nahe bringen!

Dabei drängt sich mir spontan die Frage auf, wie enorm weit ein Mensch von sich selbst entfernt sein muss, um auf diese Art Entscheidungen zu treffen. Er behandelt sich damit selbst wie einen Computer, der versucht, sich selber zu berechnen. Im Grunde erstellt er einen Fragebogen und macht seine Ziele von dessen Auswertung abhängig.

Was ist mit solchen Menschen los? Warum verfügen sie über keine innere Orientierung und leben auf solche Logik reduziert? Natürlich tut sich jeder Mensch manchmal mit Entscheidungen schwer. Und er kann auch irren – das gehört zum Menschsein. Aber aus welchen Gründen stellen manche solche Listen auf? Es ist nahezu tragisch, wie wenig Zugang sie zu ihrem Gefühlsleben damit ausdrücken. Von Intuition ganz zu schweigen.  Sie haben praktisch keine Ahnung von sich selbst.

Etwas ist „richtig“, wenn es möglichst viele – im Vorfeld erkennbare – Vorteile beinhaltet? Dem möchte ich vehement widersprechen! Denn das ist tatsächlich nur mehr völlig „berechnend“. Wer so lebt und alles nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung ausrichtet, hat keine Ahnung, was ihn glücklich machen könnte. Er sucht nur nach „richtigen“ Entscheidungen, die er von aufsummierten Vorteilen abhängig macht und ist von seinen Gefühlen komplett abgeschnitten. Er braucht daher Skalen und Benotungen, um überhaupt Prioritäten setzen zu können.

Dabei genügt für jemand, der seinem Fühlen nahe steht, die einfache Frage: „Wie fühlt sich das an?“. Das ist eine Führung von innen heraus. Und die paradoxe Antwort könnte sogar sein: „Es fühlt sich zwar gut an, aber doch nicht stimmig.“ Denn wer nur darauf setzt, was sich gut anfühlt, hört genau so wenig auf seine innere Stimme, sondern nur auf seinen momentanen Emotionen.

Wer jedoch auf Entscheidungen so zugehen kann, dass er der inneren Stimme die größte Bedeutung zugesteht, hat die beste Leitlinie gefunden, die er jemals finden kann. Er trifft weder rein verkopfte noch rein emotionale Entscheidungen und wählt die Stimmigkeit. „Stimmigkeit“ kommt von „Stimme“ und dieser gilt es, Gehör zu schenken. Sie vereint Fühlen und Denken.

Leider liegt bei manchen Menschen über dieser Fähikgkeit so viel Müll – gedanklich und emotional – dass sie unhörbar geworden ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: