Verfasst von: Eva | 10/06/2011

Astrologie ohne Horoskope ist besser

Obwohl ich mich schon lange nicht mehr mit Astrologie befasse und sie als das, was sie vorgibt, zu sein, längst verworfen habe, ist mir dennoch erst vor kurzem klar geworden, warum Astrologie doch ein gutes Werkzeug zur Selbsterkenntnis sein kann.

Es geht dabei um Resonanz. Es ist Humbug, zu glauben, dass die Grafik eines Geburtshoroskops tatsächlich etwas mit dem betreffenden Menschen zu tun hat. Das hat sie nicht und alle halbwegs seriösen Untersuchungen dazu bestätigen das auch. Aber man kann dennoch viel lernen, wenn man sich mit Astrologie beschäftigt. Es geht nicht darum, sich von einem Astrologen sagen zu lassen, wie man ist, sondern es geht dabei um die Beschäftigung mit Astrologie an sich. Wenn man genug Bücher darüber gelesen hat, findet man so ziemlich alle Seinszustände, die ein Menschenleben beinhalten kann.

Das wurde in frühen Zeiten, als die Astrologie entwickelt wurde, gut erkannt. Sie war damit tatsächlich die Vorläuferin der Psychologie – es gab zu jeder Zeit Menschen, die das Leben ergründen wollten. Heute nennt man das Wissenschaft, doch zur Zeit der Entstehung der Astrologie war die Menschheit noch weit entfernt davon, Wissenschaft im heutigen Sinn zu betreiben. Vor allem wurde mystisches Denken heran gezogen, um Phänomene zu erklären, für die es sonst keine andere Erklärung gab.

Es ist nicht schlüssig, dass zu einer Zeit, als die Menschen noch glaubten, die Erde sei eine Scheibe und die Sonne würde sich um die Erde drehen, ihre Beobachtungen der Gestirne besser gewesen sein soll als heute. Der Glaube an den Zusammenhang von Gestirnen und Menschenschicksalen unterscheidet sich nicht sonderlich von Kartenlegen, Runenwerfen oder Kaffeesatzlesen.

Jedoch waren Menschen immer dieselbe Spezies – früher wie heute. Insofern sind frühe Beobachtungen, wie Menschen sind, welche Eigenschaften sie haben und welche Charakterzüge, auch heute genau so aktuell wie damals. Nur das System, in das diese Beobachtungen eingebettet waren, war ein anderes. Sich selbst zu erkennen – die heute so moderne Selbsterfahrung – war seit jeher ein Bestreben der Menschen.

Die Suche nach den Zusammenhängen von Ereignissen im eigenen Leben und darüber hinaus im Leben an sich, ist nichts Neues. Sie hat es immer gegeben. Wer sich lange und ausgiebig mit Astrologie und den unendlich vielen Konstellationen befasst, die dort beschrieben sind, wird sich zwangsläufig in etlichen davon wieder finden. Allerdings ist es nur dann echte Selbsterkenntnis, wenn man sein „Geburtshoroskop“ selbst deutet. Denn dann geschieht es aufgrund der inneren Resonanz, die bestimmte Beschreibungen auslösen.

Kein Außenstehender, auch wenn er noch so einfühlsam und sensitiv sein mag, wird jemals die innere Resonanz eines anderen Menschen genau nachspüren können. Somit bleiben Horoskopdeutungen von anderen immer oberflächlich und zufällig. Je allgemeiner die Aussagen aber sind, umso eher wird ein Mensch den Deutungen zustimmen, insbesondere, wenn er sich selbst nicht gut kennt (was anzunehmen ist, wenn er sich von anderen erklären lassen möchte, wie er ist).

Sich selbst zu verstehen, ist ein tiefgehender Prozess, der aus vielen Erkenntnissen besteht. Es hat nichts damit zu tun, einer vermeintlichen Autorität Glauben zu schenken, welche aus einem Horoskop heraus zu lesen vermeint, wie man ist. Dies bedeutet nur, ein Selbstbild zu übernehmen – vielleicht ein anderes als das bisherige – aber von Selbsterkenntnis ist das weit entfernt. Genau so weit wie der Mensch von sich selbst entfernt ist, der daran glaubt.

Wer sich jedoch intensiv selbst mit Astrologie befasst und sich in seinem Geburtshoroskop zu erkennen versucht, wird automatisch nur jene Deutungen vornehmen, die in ihm starke Resonanz erzeugen. Und damit kann er sich tatsächlich selbst erkennen. Denn Astrologie ist so angelegt, dass man ALLES aus jedem Horoskop heraus lesen kann. Ein Horoskop ist so ein komplexes Gebilde, dass jede Eigenschaft, jedes Problem und jeder Charakterzug in den Konstellationen gefunden werden kann. Und damit kann Astrologie tatsächlich zum Werkzeug für Selbsterkenntnis werden.

Astrologie bietet natürlich keine Lösungen für Probleme an. Aber um Lösungen geht es bei Selbsterkenntnis auch nicht. Jeder kann nur gemäß seinen Anlagen, Fähigkeiten und damit seinem Potenzial entsprechend leben. Und wer dies tut, lebt sich selbst und versucht nicht zu sein wie andere oder Vorgaben zu entsprechen, denen er nicht entsprechen kann. Damit lösen sich viele Probleme von selbst auf.

Wer begriffen hat, dass er sich einer Krücke bedient hat, um zu sich selbst zu finden, wird diese Krücke irgendwann auch wieder fallen lassen. Wer allerdings die Krücke nicht als Krücke erkennt, bleibt davon abhängig.

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