Verfasst von: Eva | 17/10/2013

Probleme analysieren oder doch lieber lösen?

Aus gegebenem Anlass – ich absolviere gerade eine Ausbildung in systemischem Coaching – möchte ich gerne mal über das reflektieren, was ich dort lerne. Zweitens habe ich derzeit in meinem Job ein Problem, das schon ziemlich lange besteht und momentan wieder einmal aufkocht.

Coaching ist lösungsorientiert und befasst sich nicht mit Problemen. Ein Name, der immer wieder fällt, ist De Shazer (lösungsorientierte Kurzzeittherapie), der sogar soweit geht, dass er die Ansicht vertritt, man müsse das Problem des Klienten nicht mal kennen, um ihn zur Lösung zu bringen. Ich war ja bisher immer eher ablehnend gegenüber dieser Art von Therapie eingestellt – aber da ich mich nun damit so viel befassen musste, ist mir einiges dazu klar geworden.

Meine Ablehnung war begründet, da ich – nach wie vor – absolut nicht glaube, dass dieser Zugang bei allen Problemen der richtige ist, ganz egal wie sehr die Fans dieser Richtung es auch behaupten mögen. Wo es darum geht, etwas verstehen zu müssen, insbesondere an sich selbst, halte ich diesen Weg für den völlig falschen, der Verdrängung eher forciert als abbaut.

Geht es aber um Probleme, die man „anpacken“ kann und deren Entstehung nicht direkt mit den eigenen Mustern zu tun hat, finde ich diesen Zugang sehr gut.

Mir ist völlig klar, dass nichtsdestotrotz das Eigene bei allem mitspielt, ganz egal, worum es geht. Ein Mensch, der sich im Beruf nicht durchsetzen kann, hat sehr oft tieferliegende Probleme damit, sich überhaupt irgendwo durchzusetzen. Dafür fände ich einen lösungsorientierten Ansatz komplett falsch und einen analytischen wesentlich passender.

Aber es kann auch den Menschen geben, der sich im Beruf deshalb nicht durchsetzen kann, weil er einen Vorgesetzten hat, der eine Menge eigener unbewusster Probleme hat, die sich darin äußern, dass er dazu unfähig ist, anderen Raum zu geben. Das ist zwar für sensiblere und reflektierende Mensch oft relativ schnell erkennbar, aber ändern kann er daran trotzdem nichts!

In so einem Fall finde ich den lösungsorientierten Ansatz weit besser als den analytischen. Es bringt nämlich überhaupt nichts, die Zusammenhänge durch und durch zu verstehen, weil es einem schlicht gar nichts nützt.

Dennoch neigen wir oft dazu, uns auch hier in erster Linie den Ursachen zuzuwenden und endlos zu analysieren, was warum nicht funktioniert. Das gibt es sowohl in Beziehungen als auch in vielen anderen Bereichen. Wie oft hörte ich schon von Freundinnen, dass die Probleme mit ihrem Partner daran lägen, dass er so oder so sei und wenn er nur anders wäre, alles besser liefe. Oder dass der Nachbar so rücksichtslos sei und wie schlimm das sei. Man könne doch nicht dies oder das tun, das sei egozentrisch und sogar asozial. Der Fokus liegt dabei aber immer auf dem anderen oder dem Problem an sich. Wir analysieren x-fach die Hintergründe und mokieren uns über offensichtliches Fehlverhalten oder ungerechte Schläge des Schicksals, finden mit Sicherheit auch etliche, die uns zustimmen und fühlen uns damit nur noch mehr im Recht. Aber was bringt uns das? Ich meine – überhaupt nichts.

Wie einmal eine meiner früheren Kolleginnen sagte: „Und wenn ich mich auf den Kopf stelle und mit den Füßen klatsche – es hilft mir nichts.“  🙂  Obwohl das eine sehr erheiternde Vorstellung ist – es ist einfach ein gutes Bild für die Unsinnigkeit dieser Bemühungen!

In solchen Fällen ist die Abwendung vom Probleme-Analysieren hin zum Probleme-Lösen ein Quantensprung an Erkenntnis. Wobei man hier unter Probleme-Lösen nicht verstehen darf, die Ursachen zu bearbeiten oder das Fehlverhalten auszumerzen, sondern das Problem einmal zu akzeptieren – und uns damit zu beschäftigen, wie wir darauf bestmöglich reagieren können.

Im vorangegangen Beispiel des Menschen, der sich wegen eines neurotischen Vorgesetzten nicht behaupten kann und damit sehr unglücklich ist, würde das bedeuten, dass er jegliche Spekulationen aufgeben muss, die darauf abzielen, dass sich dieser Vorgesetzte jemals ändern wird.

Zwar könnte er noch jahre- oder sogar jahrzehntelang (zu Recht) dessen Verhalten überall kritisieren, aber er bliebe damit in einer passiven Rolle. Lösungsorientiertheit heißt aber, aktiv den Problemen zu begegnen.

Was könnte das hier bedeuten? Ich denke, ziemlich vieles. Je nach Temperament und persönlichen inneren Möglichkeiten könnte sich der Mensch ein dickes Fell „wachsen lassen“ und sich hauptsächlich auf die Tatsache, dass dieser Job seinen Lebensunterhalt bedeutet, beschränken und sich so viel wie möglich Positives in anderen Bereichen holen.

Ist er aber nicht der Typ, der das mit dem dicken Fell hinkriegen kann, könnte er überlegen, ob er nicht den Hut auf diesen Job hauen und woanders neu beginnen sollte.

Ist auch das nicht möglich, weil er zum Beispiel zu alt dafür ist oder aufgrund anderer Umstände keine Chance auf einen besseren Arbeitsplatz sieht, muss er anders reagieren.

Er könnte zum Beispiel auch sein Engagement so weit reduzieren, dass er zwar damit keine Probleme im Job bekommt, aber immerhin nicht mehr das Gefühl hat, ausgenützt und schlecht behandelt zu werden, obwohl er sich doch sehr bemüht.

Er könnte sich auch an den Betriebsrat wenden.

Oder sich ein so spannendes neues Hobby zulegen, dass ihm seine Arbeitssituation nicht mehr so stark beeinträchtigt.

Er könnte gegen den Vorgesetzten geschickt intrigieren.

Er könnte sich selbständig machen mit dem, was ihn schon immer interessiert hat.

Er könnte die Arbeitslosigkeit diesem Arbeitsverhältnis vorziehen, weil es ihm damit noch immer besser ginge als dort.

Er könnte, er könnte, er könnte…

Zuletzt könnte er sich damit abfinden, dass es eben so ist, wie es ist und er gar nichts machen kann.

Wie auch immer – es gäbe sicherlich noch sehr viele andere originelle und individuelle Möglichkeiten – und alle wären in gewissem Sinn Lösungen im Gegensatz zu der unendlichen Energievergeudung, die durch die Konzentration auf das Problem stattfände.

Zusammenfassend denke ich zu dieser Thematik, dass es überall um Differenzierung geht. Ist das Problem eines, das von Grund auf ausgemerzt werden kann oder ist es eins, wo man dazu keine Chance hat? Und daher dieses Problem als unveränderbar akzeptieren muss – aber keinesfalls dessen resignierte Duldung?

Da vor kurzem eine relativ rege Diskussion um „The Work“ auf meinem Blog entstanden ist und ich mich ganz klar als ablehnend gegenüber dieser Methode deklariere, möchte ich dennoch den Bogen von dieser Diskussion zu meinen Aussagen hier spannen. Katie Byrons Methode werde ich nie im Leben für gut oder ernsthaft hilfreich für tieferliegende Probleme ansehen, aber mir ist auch klar geworden, dass sie damit Menschen anspricht, die alles über eine lösungsorientierte Schiene bearbeiten möchten.

Das halte ich für ein Unding und gar nicht sinnvoll, aber in kleinen Alltagsproblemen, wo es wirklich nur um falsche Gedanken geht, die angelernt und damit zur Gewohnheit wurden, mag das durchaus hilfreich sein. Ich hatte mal Kontakt zu einer „begnadeten“ Astrologin, die völlig fasziniert von „The Work“ war (und nicht nur davon, sie bewundert alle möglichen „Gurus“ und lebt nach deren Gesetzen und Vorgaben, hat überhaupt keine eigenen…), die als Beispiel ihre Wut beim Autofahren, wenn sie nicht schnell genug voran kam, als leuchtendes Beispiel für die positive Wirkung von „The Work“ herausstellte. Ich habe mir damals gedacht, wenn die sonst keine Probleme hat, dann geht es ihr wirklich gut…

Für solche Problemchen sind natürlich solche Methoden ein Gewinn. Aber man könnte darüber natürlich als Alternative auch ausführlich sprechen.

Aber gut, ich will mich jetzt nicht wieder mit dem unseligen Kapitel „The Work“ noch mehr befassen, sondern hier geht es um die Differenzierung zwischen Lösungsorientiertheit und Analyse.

Ich würde mich freuen, wenn manche von meinen Lesern mir dazu intelligentes Feedback liefern würden. Denn ich bin auch nur ein Mensch, der sich darum bemüht, zu Klarheit zu finden.

 

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Responses

  1. Liebe Eva,

    „…Zuletzt könnte er sich damit abfinden, dass es eben so ist, wie es ist und er gar nichts machen kann.“
    Ich habe in der letzten Zeit eine Erfahrung in schwierigen Beziehungen gemacht:
    Wenn ich den Widerstand gegen einen Menschen aufgebe, akzeptiere, dass ich ihn auch durch Verständnis oder Analyse nicht verändern werde, dann öffnen sich Türen von denen ich garnicht wusste, dass es sie gibt.

    Es ist früh, meine Zeit ist knapp, aber was ich beitragen möchte ist , dass
    es mehr gibt, als den Gegensatz zwischen lösungsorientiert und analytisch.
    Ist es vielleicht so, dass es in Konflikten mit Anderen immer wieder darum geht, die Versuche von Kontrolle und Manipulation des Anderen aufzugeben, und sich stattdessen um das eigene Wohl zu kümmern?

    Und plötzlich ändert sich das Verhalten des Anderen wie durch ein Wunder.
    So habe zumindest ich es erleben dürfen.
    Keine Ahnung, ob das nun intelligent ist, aber es interessiert mich was Du dazu denkst.

    Liebe Grüße
    Karin

  2. Liebe Karin,

    ja, auch das Hinnehmen wäre eine Lösung. Lösung ist in dem Sinn nicht als „das, woran das Problem festgemacht wird, weg machen oder verändern“ zu verstehen, sondern als die persönliche Lösung, damit umzugehen. Analyse und Lösung sind nicht als zwei gegensätzliche Pole zu verstehen, sondern als zwei Herangehensweisen. Wenn es um Kontrolle und Manipulation geht, sind das aber schon wieder Muster, die man loslassen muss. Und da kommt es darauf an, ob man die überhaupt loslassen kann, nur weil man es möchte. Das gelingt manchmal nur mit sehr viel Selbstreflexion, ev. Therapie etc.

    Ich meinte mit Beziehungen nicht unbedingt Partnerschaften, sondern vorwiegend soziale Beziehungen, Bekanntschaften, Freundschaften, den Kollegenkreis.

    Es gibt eben auch Probleme, wo man mit dem Auflösen eigener Muster nichts bewirken kann. Ein Beispiel, das ich selber erlebt habe: Im Nachbarhaus sitzen ständig nachts Personen am Balkon, die sich miteinander bis 2 Uhr Früh unterhalten. Es ist heiß, du kannst dein Schlafzimmerfenster unmöglich schließen, sonst ist dir so heiß, dass du nicht schlafen kannst, aber du kannst mit den Geräuschen auch unmöglich schlafen. Du redest mit den Leuten, sagst ihnen, sie seien zu laut, sie mögen sich doch wenigstens nach Mitternacht drinnen unterhalten. Sie tun das aber nicht. Du kannst auch nicht die Polizei rufen, weil sie ja keinen Lärm in dem Sinn machen. Hinnehmen geht da nicht, weil es dich weiter stört (manche Menschen sind nicht sonderlich geräuschempfindlich, ich bin es).

    Sich auf das Problem zu konzentrieren, wäre hier sinnlos. Du kannst es von allen Ecken und Enden beleuchten, dich jahrelang darüber aufregen, genauer nachforschen, was das für Leute sind und was weiß ich noch alles, aber du wirst damit nichts ausrichten. Du kannst dir aber auch nicht dein sensibles Gehör weg machen und auch nicht mit Ohrstöpseln schlafen, weil die drücken.

    Wenn du dich auf die Lösung konzentrierst, geht es in die Richtung: Was kann ich tun?

    Solche Übungen machen wir auch tatsächlich im Coachingkurs, wobei das Coachen nur darin besteht, mit vielen Fragen anregend zu wirken (keine Lösung vorzugeben, das oben im Artikel waren nur Beispiele, worauf der „Klient“ kommen könnte). Und es ist wirklich witzig, wie verbissen der Fokus der meisten immer wieder auf das Problem gerichtet wird.

    Meine Lösung war letztlich: Ich habe mir vor zwei Jahren eine Klimaanlage einbauen lassen, schlafe nun im Sommer bei geschlossenen Fenstern und meine Lebensqualität ist dadurch zweifach gestiegen, denn erstens ist es ruhig und zweitens leide ich auch nicht mehr unter der Hitze.

    Es geht immer wieder um Differenzierung – also was wo angemessen ist. Depressionen wird niemand durch eine aktive Lösung beikommen, da geht’s um die Hintergründe der eigenen Geschichte, die man aufarbeiten sollte. In Partnerschaften geht es sehr oft auch darum (als Beispiel möchte die Frauen nennen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind und sich einfach trotzdem nicht trennen können – sie sehen das vielleicht sogar klar als Lösung, aber sie können sie nicht umsetzen, weil zu starke innere Abhängigkeiten mitspielen).

    Ich finde halt, es ist eine ganz andere Kategorie von Problemen, wo Lösungsorientiertheit angebracht ist. Selbstverständlich zielt auch analytisches Vorgehen und Therapie auf Lösung ab – es soll einem damit ja irgendwann besser gehen. Aber das ist nicht unter Lösungsorientiertheit zu verstehen, da geht es zuerst einmal hauptsächlich um das Problem.

    Und in anderen Fällen ist das Problem etwas außerhalb meines Einflussbereichs – da geht es dann nur um die Lösung.

    LG
    Eva

  3. Hallo Eva, hallo Lari,
    vielen Dank für Eure Reflexionen. Für einen Laien wie mich ist es sehr sinnvoll zu schauen, kann ich etwas an der Situation/ Problematik ändern, oder sitzt da etwas tief in mir, was es zu bearbeiten gibt. Sprich, sind hier Projektionen meinerseits zu Gange. Also schon mal einen einfachen Zugang in der Entscheidung um was geht es denn in der Situation eigentlich. Soweit so gut.
    Lari, Du hast oben eine Problematik beschrieben die mir sehr wohl bekannt ist. Ich hatte eine Partnerschaft in der ich permanent erniedrigt, gedemütigt, abgewertet worden bin. Auch ich habe mich dann immer wieder gerächt dafür. Ein Teufelskreis ist entstanden (Schulz von Thun). Ich habe das 20 Jahre durchgemacht. Als ich erkannt habe das ich emotional verhungere, keiner meiner Bedürfnisse erfüllt bekomme, ausser der nicht zu unterschätzenden materiellen und sozialen Sicherheit einer Partnerschaft, wollte ich darüber mit meinem Partner sprechen. Für mich lag es auf der Hand dass wir beide von einer Bearbeitung profitieren würden. Nun es folgte eine sehr hässliche Trennung. Weitere Demütigungen, Gewalt und totale Verweigerung miteinander zu sprechen oder gar Zeit miteinander zu verbringen folgte. Er zog aus, 500 Meter weiter…., während ich abwesend war und spricht nach wie vor nicht mit mir,läuft vor mir weg wenn ich ihm begegne. Das ist nun drei Jahre her. Ich wurde sehr krank und suchte eine Lösung für meine ganze Situation. Ich habe sehr, sehr viel gelesen. Dabei erfuhr ich über die Psychosomatischen Zusammenhänge. Durch Ernährung, Meditation, Osteopathie, MBSR, Psychotherapie, im Jetzt sein und immer wieder ins Jetzt zurück kommen, Gewaltfreie Kommunikation und viel, viel Seelenarbeit habe ich es geschafft wieder gesund zu werden.

    Und doch hänge ich seelisch durch. Du Eva,hast oben einen Lösungsanatz beschrieben, den auch Lari anspricht, in dem Du sagst:“ zuletzt könne er sich damit abfinden, dass es eben so ist, wie es ist, und er gar nichts machen kann.“
    Mir geht es aber immer noch so, auch wenn ich diese Erkenntniss verinnerlicht habe, das ich emotional nicht loslassen kann, also mich nicht damit abfinden kann. Meine Gedanken kreisen immer wieder um diese 20 Jahre und den Menschen den ich ja eigentlich glaube zu lieben. Es wird nie wieder zu einem Kontakt kommen, das weiß ich wohl. Und es wäre auch nicht richtig. Es sei denn, er entscheidet sich irgendwann einmal zu einer Auflösung in einer Therapie.Selbstverständlich würde ich dann dafür zur Verfügung stehen. Das andauernde Leiden und meine finanzielle Dauernotlage führen zur Isolierung und Depression.
    Hast Du denn eine Idee, wie ich das bearbeiten kann? Eine Therapie oder Workshop sind einfach finanziell nicht drin. Gibt es etwas zu lesen über eine Technik etc. was mir weiter helfen würde?

    Einen ganz lieben Gruß an Euch Beide, Lydia

  4. Liebe Lydia,

    ich möchte gerne spontan meine Gedanken aufschreiben, die dein Kommentar in mir auslöst. Betrachte sie als die Sichtweise einer Außenstehenden, die dir rückmeldet, was ihr in den Sinn kommt, wenn sie deine Zeilen liest. Bitte aber als nicht mehr, denn aufgrund einer einzigen Beschreibung deines Problems kann ich ganz sicher nicht genau verstehen, wie das alles zusammen hängt. Aber vielleicht ist mein Blickwinkel für dich ja anregend – und sei es nur insofern, als du dir denkst „Aha, so kommt das dort an – aber so sehe ich das nicht.“ Kann auch helfen, weil man dadurch vielleicht klarer wird, wie man es denn selbst sieht.

    Also, dass du eine 20jährige Beziehung gedanklich und emotional nicht so schnell loslassen kannst, halte ich für vollkommen normal. Das ist sicher ein längerer Prozess, 20 Jahre sind ja keine kurze Zeitspanne, die man einfach so abhaken kann. Vielleicht solltest du das einfach annehmen, um den Druck raus zu nehmen, es sollte schneller, besser oder einfacher gehen? Ich selber habe auch schon Dinge erlebt, wo es mir sehr schlecht ging und je mehr ich mich selbst unter Druck setzte, da schnell rauskommen zu müssen, umso schlimmer wurde es und umso deprimierter wurde ich, weil ich es eben nicht konnte. Sobald ich mir aber irgendwann dachte, es ist zur Zeit so – mir geht’s miserabel und so schnell werde ich da auch nicht rauskommen – hat das ein bisschen mehr Energie gebracht.

    Ich würde, ehrlich gesagt, auch ziemlich durchhängen, wenn ich in so einer verfahrenen Situation leben würde, es liegt nicht an irgendwelchen Unfähigkeiten deinerseits. Hast du schon mal daran gedacht, dass dir Abstand helfen könnte? Ich meine damit, räumlicher Abstand, sodass du nicht mehr Gefahr läufst, deinen Ex-Mann wiederzusehen. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass die Nähe, in der ihr lebt, ein Stück weit die Loslösung verhindert.

    Eines schreibst du ja selber klar: „… den Menschen, den ich ja eigentlich glaube zu lieben“. Ich behaupte mal einfach so, dass man einen Menschen, der einen demütigt, abwertet und sogar Gewalt antut, nicht liebt. Da ist wohl einiges an Übertragung im Spiel. Nur Kinder „lieben“ solche Menschen, aber auch nur deshalb, weil sie von ihnen zutiefst abhängig und naturgegeben an sie emotional gebunden sind. Sie haben keine Wahl, können da nicht aus. Bist du sicher, dass du als erwachsene Frau tatsächlich diesen Menschen, der es gar nicht gut mit dir meint, wirklich liebst? Oder spielt da eher etwas mit, das viel früher schon ähnlich war und bis heute unverarbeitet in dir schlummert?

    Ich weiß natürlich nichts über deine finanzielle Situation, deine Ausbildung, Berufserfahrung oder sonstigen Umstände. Aber wenn du dir mal vorstellen würdest, dass du auf die Welt gekommen bist, um dein eigenes Leben zu bestehen und zu gestalten und dass niemand anderer dafür die Verantwortung hat und haben kann – welche Schritte könntest du dir vorstellen zu setzen, um unabhängig von anderen gut selbst für dich zu sorgen?

    Ich weiß, dass diese Vorstellung, wenn man sich aus Abhängigkeiten lösen möchte und noch halb drinnen steckt, irgendwie total deprimierend ist und man auf Anhieb mal gar nichts sehen kann, das hier Abhilfe schaffen könnte. Ich will dir auch keine besserwisserischen Ratschläge geben, weil die sowieso niemandem helfen. Ich versuche nur, mich in dich einzufühlen und das irgendwie mit den Erfahrungen zu verbinden, die ich gemacht habe. Sie müssen dir natürlich nicht helfen und können komplett nutzlos sein, doch kann ich dir von meiner Warte aus nicht viel anderes sagen. Ich könnte auch gar nichts sagen, aber ich glaube nicht, dass das besser wäre.

    Das eigene Leben als wichtig anzusehen, fast wie ein „Projekt“, das einen herausfordert, kann so unglaublich spannend sein und alle Fähigkeiten, die man hat, aktivieren. Immer für und bei anderen zu sein, ist in gewissem Sinn auch eine Flucht davor, auch wenn man es wirklich absolut gut meint. Da gilt es aber dann trotzdem zu hinterfragen, warum einem das so viel Wert ist. Und vor allem auch, warum einem das eigene Leben nicht mindestens genau so viel Wert ist…

    Ich glaube nicht, dass es eine Technik gibt, die deine Problematik lösen kann. Nicht, wenn du von Grund auf sozusagen ein „Großreinemachen“ in deinem Leben ins Auge fasst. Stell dir einmal vor, du willst deine Wohnung von Grund auf sanieren und reinigen: das ist viel Arbeit und bedingt viele Schritte und Tätigkeiten, aber irgendwann und irgendwo muss man anfangen. Auch wenn’s Überwindung kostet. Aber man weiß, dass man damit ein Ziel verbindet, das einem wichtig ist und womit man sich nach getaner Arbeit sehr wohl fühlt.

    Vielleicht ein allzu banales Beispiel, aber vom Gefühl her ist es dem Aufräumen im eigenen Leben sehr ähnlich. Es gibt einfach keine schnelle Lösung, wenn man dieses Ziel erreichen will.

    Noch etwas ist mir aufgefallen: Du schreibst, WENN sich dein Ex-Mann zu einer Therapie entscheiden sollte, würdest du SELBSTVERSTÄNDLICH zur Verfügung stehen. Warum eigentlich selbstverständlich? Es gibt viele Frauen, die das überhaupt nicht selbstverständlich tun würden. Hast du nicht schon genug schlechte Erfahrungen mit diesem Menschen gemacht, um dich weiterhin an ihm zu orientieren? Könnte es nicht besser sein, sich selbst zu sagen, und selbst wenn er 5 Therapien macht und sich total ändert, ist bei mir einfach der Ofen aus, weil zuviel vorgefallen ist? Schön für ihn, wenn er dazu lernt, aber davon möchte ich mich nicht abhängig machen?

    Abgesehen davon ist die Chance, dass er sich zu einer Therapie entscheidet und dass diese aus ihm einen anderen Menschen macht, der seine Probleme gelöst hat, extrem gering. Wenn er bis heute kein Interesse daran hatte, ist es sehr unwahrscheinlich, dass er es demnächst haben wird. Auf ein großes Happy End zu hoffen, hält abhängig.

    Solange du darauf ja doch irgendwie wartest und hoffst, wirst du nicht loslassen können. Du hast sein Leben nicht in der Hand – nur deines. Wer weiß, welche positive Möglichkeiten sich für dich eröffnen, wenn du dich auf dich selbst besinnst? Wie befreiend es sein könnte, wie sehr es dich weiter bringen könnte? Wie spannend du es finden könntest, dein Leben Schritt für Schritt anders einzurichten und auf deine eigenen Bedüfnisse zu schauen? Was es in dir bewirken könnte, das du dir heute noch gar nicht vorstellen kannst.

    Und ob du dann noch echtes Interesse an einer Verbindung mit diesem Mann hättest, weißt du heute nicht. Es könnte sich komplett auflösen, wer weiß. Und selbst wenn er als der geläuterte Mensch wieder auf dich zukommen würde, könntest du aus deiner neuen Lage heraus viel unabhängiger entscheiden, ob dir daran noch etwas liegt.

    Tja – das war’s, was mir alles dazu eingefallen ist. Bitte sieh das alles nicht als Anleitung, Ratschlag oder sonstwie bestimmend an. Das ist nicht meine Absicht. Diese war nur, dir ehrliches Feedback zu geben und da ich auch nur ein Mensch bin, ist es selbstverständlich subjektiv. Sollte ich dich mit irgendeiner Aussage gekränkt oder vor den Kopf gestoßen haben, verzeih mir – das wollte ich ganz bestimmt nicht.

    LG
    Eva

  5. Liebe Eva,

    Die Sommernachtsqualen kenne ich! 😀
    Ich würde gern noch bei dem Beispiel bleiben. – Du schreibst, das ist ein Problem, wo man mit dem Auflösen eigener Muster nichts bewirken kann.
    Aber du löst doch ein Muster auf, indem du dir bewusst machst, dass du im Außen nichts ändern kannst – auch nicht durch dein Verhalten. In dem Moment, in dem du die redenden Nachbarn als etwas betrachtest, das du nicht beeinflussen kannst, werden plötzlich Energien frei, die zu so genialen Ideen führen wie die Klimaanlage.

    Ich möchte auch gern nochmal versuchen zu erklären was ich mit kontrollieren und manipulieren meinte: Wenn ich versuche, das Verhalten meines Chefs zu beeinflussen, indem ich besonders freundlich oder sachlich-distanziert oder verständnisvoll oder kämpferisch oder wie-auch-immer auftrete, dann ist das in meinen Augen bereits der Versuch ihn durch mein Verhalten zu beeinflussen, zu kontrollieren.
    Meine Erfahrung ist, dass erst dann, wenn ich den Anderen als etwas betrachte, das ich nicht verändern kann, so wenig, wie ich das Wetter beeinflussen kann, dann scheint sich mein Verhalten auf eine so authentische Art und Weise zu ändern, dass es auf mein Gegenüber wirkt.
    Blöd ist nur, dass ich für meinen Teil es nicht wirklich entscheiden kann, wann der Moment gekommen ist an dem ich aufgebe, loslasse (ein viel bemühtes Wort)

    Ich denke gerade an die Kommunikation zwischen Tieren, die durch Körpersprache und winzige Gesten abläuft. Vielleicht kommunizieren wir Menschen auf die selbe Weise miteinander und merken es nicht mehr.

    Liebe Lydia,

    Ich lebe auch seit 3 Jahren getrennt und habe auch 20 Jahre Abwertung und Kleingemachtwerden hinter mir. Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb ist es schwer für mich dir etwas Hilfreiches zu sagen.Auch wenn sich die Geschichten ähneln, wir haben alle unseren ganz eigenen Weg.

    Eins nur: Es gehört dazu, dass Du verzweifelt und schwach bist, und oft führt der Weg zur Heilung nur durch dieses tiefe Tal.
    Was das Finanzielle anbelangt:
    Ich weiß nicht, ob du in Deutschland lebst. – Mir wurde von der Krankenkasse eine Psychotherapie bezahlt, und diese Begleitung war schon sehr hilfreich für mich.

    LG, Karin

  6. Liebe Karin,

    ja, man kann es auch so sehen, dass damit alte Muster aufgelöst werden. Aber dieses Muster muss nur ein Mal aufgelöst werden und der Handlungsspielraum steht dann bei ähnlichen nachfolgenden Problemen zur Verfügung. Wobei ich unter alten Mustern aber eher etwas anderes verstehe (wobei bei manchen das natürlich auch tiefliegende Muster sein könnten), nämlich so Dinge wie sich selbst abwerten, nur für andere leben, nicht für sich selber gut sorgen etc. Also Dinge, die eher therapeutisch zu bearbeiten sind.

    Für die Balkongeschichte brauche ich keinen Therapeuten, da muss mir nur einmal klar werden, dass es sich um etwas handelt, dass außerhalb meines Einflussbereiches liegt – dass ich aber trotzdem für mich eine Lösung finden kann. Oft jedenfalls, denn manchmal ist eine Sache auch aussichtslos – das möchte ich nicht abstreiten, meine Sichtweise ist nicht die, dass ALLES eine gute Lösung findet – das ginge an der Realität vorbei.

    Dem, was du über Beeinflussung von anderen schreibst, kann ich nicht vorbehaltlos zustimmen. Selbstverständlich kann man andere beeinflussen! Wir beeinflussen uns alle gegenseitig, ob wir wollen oder nicht. Wenn du unter Loslassen (wahrlich ein strapaziertes Wort – ich sage lieber dazu, dass man seine Energie nicht auf etwas Aussichtsloses verschwenden sollte) verstehst, dass du authentisch bist, dann tust du ja auch etwas. Authentisch zu sein, könnte auch bedeuten, kämpferisch aufzutreten. Es bedeutet, seinem ureigenen Wesen Ausdruck zu verleihen. Wenn ich mich natürlich verstelle und jemand Honig ums Maul schmiere, um etwas zu erreichen, dann ist das schlicht unehrlich. Aber irgendwie muss ich auftreten, wenn ich authentisch bin.

    Oft geht es dabei nicht darum, den anderen ändern zu wollen, sondern seine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen oder durchsetzen zu wollen. Und wer behauptet, er würde das nie tun, dem glaube ich nicht, weil das jeder tut. Aber eben auf seine Weise.

    Selbst die Frau, die sich jahrelang von einem Mann erniedrigen lässt, hat das Bedürfnis, dass er sie nicht verlässt und verhält sich dementsprechend unterwürfig. Sie tut das gewiss nicht für ihn, weil es ihm im Grunde nur schadet, wenn er mit seinem destruktiven Verhalten immer durchkommt (damit lernt er nichts dazu, sie hilft ihm damit dabei, dass er sich nicht weiterentwickeln muss, hält sein System aufrecht), sie tut das in erster Linie deshalb, weil sie nicht allein gelassen werden möchte. Dass sie ihn dadurch aber nur dazu ermutigt, weiter seine Aggressionen an ihr abzureagieren, ist klar.

    Weil du schon von Tieren sprichst: Ich habe selber einen Hund, der sehr sensibel und friedfertig ist. Er hat sich meistens vorbildlich benommen – sofort unterwürfig, wenn er angegriffen wurde, damit ihm der andere nichts tut. Dennoch passierte es sehr oft, dass er von anderen dominanteren Rüden angegriffen (ist zum Glück nie etwas Schlimmes passiert). Meine Freundin hat eine Hündin derselben Rasse und die ist viel strikter aufgetreten. Sie hat anderen Hunden schnell die Zähne gezeigt, wenn sie sie nicht mochte. Und es gab wirklich so gut wie keine Angriffe.

    Jetzt, wo mein eigener Hund schon relativ alt ist und seine Ruhe haben möchte, knurrt er auch eher von vorneherein andere Hunde an, die er von sich fernhalten möchte, macht sich groß und tritt selbst aggressiver auf. Seither gibt es fast keine Probleme mehr. Und zwar auch durch die Besitzer, die natürlich wahrnehmen, da könnte sich etwas Ungutes anbahnen und ihre Hunde dann gleich an die Leine nehmen.

    Glaube ja nicht, dass Beschwichtigungssignale überall gleich ankommen. Sie kommen dort an, wo der andere auch gut sozialisiert ist und darauf so reagiert, wie es eigentlich sein sollte: er nimmt seine Aggressionen zurück.

    Aber – bei Tieren ebenso wie bei Menschen – sind nicht alle gut sozialisiert. Manche reizt das, ihre Macht auszuspielen. Die sie wiederum nur dadurch haben, weil der andere unterwürfig ist (das bezieht sich jetzt aber mehr auf Menschen als Tiere, denn ein großer aggressiver Hund hat eindeutig mehr Macht als ein kleiner ohne Beißkraft). Wir beeinflussen andere sogar dadurch!

    Es gibt Studien, welche Menschen oft von anderen angegriffen oder sogar überfallen werden. Da wurde ihr Gangbild analysiert – und es waren überproportional viele dabei, die durch ihre Körperhaltung Unterwürfigkeit ausdrückten.

    Dennoch – auch das ist kein Patentrezept. Es verringert zwar die Chancen, angegriffen zu werden, wenn man selbstbewusst auftritt, es kann sie aber nicht auf 0% senken. So spielt das Leben leider nicht und niemand weiß, was einem anderen einfällt. Hier geht’s nur um Wahrscheinlichkeiten. Dennoch ist mir persönlich lieber, ich habe ein Auftreten, das die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs reduziert, als dass ich es herausfordere.

    LG
    Eva

  7. Hallo Eva

    Ich habe auch so einen Hund 🙂
    Klein und friedfertig. Und es ist bei uns genau dasselbe,- es scheint andere Rüden richtiggehend herauszufordern.

    Du hast natürlich Recht, es gibt im Leben nie ein Patentrezept.

    Ich finde es nur interessant, dass wir offensichtlich schon durch unsere innere Haltung, und daraus entstehende Körpersprache miteinander kommunizieren.

    Aber es sieht so aus, als sei ich ein bißchen abgedriftet.

    Ich war, wie schon erwähnt, 3 Jahre lang bei einer Psychoanalytikerin ( ich glaube Adlerinstitut) was mich sehr unterstützt und stabilisiert hat
    Aber wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich, mir hat vor allem der Raum, den ich dort bekommen habe, geholfen, und die Tatsache, dass ein Mensch mich liebevoll begleitet hat.
    Ich zweifele ein wenig daran, ob die Aufarbeitung meiner Kindheit wirklich nötig war, ob mich das weitergebracht hat. Ich meine das genauso wie ich es schreibe, ich weiß es einfach nicht.

    Im Augenblick erscheinen mir die lösungsorientierten Ansätze sehr viel sinnvoller als die analytischen. Das kann ich aber nur für mich sagen, und für meine momentane Lebensphase.

    LG Karin

  8. Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema „Beeinflussen“.-
    Natürlich beinflusse ich die Anderen auch dann, wenn ich einfach nur ich selbst bin, aber das ist in meinen Augen dann kein Versuch die Beziehung zu ihnen zu kontrollieren.

  9. Liebe Karin,

    du hast geschrieben
    „Aber wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich, mir hat vor allem der Raum, den ich dort bekommen habe, geholfen, und die Tatsache, dass ein Mensch mich liebevoll begleitet hat.“

    Ich glaube auch, dass vor allem das hilft. Aber das ist ohnehin schon bekannt und es gibt einige veröffentlichen Erkenntnisse dazu. Die personenzentrierte Beratung/Therapie nach Carl Rogers geht überhaupt von vorneherein davon aus.
    Die Aufarbeitung von Kindheitserfahrungen – mit dem Ergebnis der Befreiung von Prägungen – halte ich persönlich aber schon für ziemlich wichtig. Jedenfalls war sie das für mich, hat mein Welt- und Selbstbild sehr verändert. Wird wahrscheinlich auch bei jedem Menschen anders sein und zusätzlich davon abhängen, was vorgefallen ist und wie sich das ausgewirkt hat. Allerdings habe ich meine Familiengeschichte und die Zusammenhänge bzw. Auswirkungen auf mich eher selber analysiert und weniger mit Hilfe von Therapie. Die war mir auch eher wichtig für den Austausch und die wohlwollende Begleitung.

    Geschichten sind individuell verschieden, Menschen sind es auch – man kann einfach nichts über den Kamm scheren. Daher bin ich auch immer sehr zurückhaltend, was Rezepte nach dem „Gießkannenprinzip“ betrifft, die ja vielerorts mit großer Überzeugung vertreten werden. Davon halte ich wenig, weil es voraussetzt, dass alle gleich auf dasselbe reagieren würden und das stimmt mit Sicherheit nicht.

    Mir erscheinen die lösungsorientierten Ansätze derzeit auch recht spannend und in vielen Bereichen äußerst sinnvoll. Allerdings wären sie das früher bei vielem in meinem Leben nicht gewesen. Erst als ich schon ziemlich viel aufgelöst und aufgearbeitet hatte, rückten sie mehr in meinen Fokus. Ich glaube nämlich überhaupt nicht, dass sie bei bestimmten Ängsten, geschweige denn depressiven Zuständen, auch nur das Geringste hätten ausrichten können. Jedenfalls nicht nachhaltig.

    Erst gestern in der Coachingsausbildung ging es um Krisen und schwere Probleme. Hier zu versuchen, durch zukunftsgerichtete und lösungsorientierte Ansätze Abhilfe zu schaffen, ist eher kontraproduktiv denn hilfreich, weil man Trauer, Schmerz und Verzweiflung nicht direkt durch aktives Anpacken lösen kann.

    Ich bin sowieso davon überzeugt, dass man je nach dem, worum es geht, mit viel Feingefühl und Umsicht reagieren sollte.

    LG
    Eva

  10. Liebe Lari,

    Kontrollieren und Beeinflussen sind natürlich zwei verschiedene Dinge, auch wenn das Beeinflussen im Kontrollieren bewusst eingesetzt wird.

    D.h. aber nicht, dass Beeinflussung mit Kontrolle gleichzusetzen ist. Wir werden ununterbrochen beeinflusst, wenn wir mit anderen Menschen kommunizieren. Und oft sogar, wenn wir gar nicht mit ihnen kommunizieren, denn ich kann von einem Erlebnis, das ich beobachte, von einem Buch, einem Film, einem Blick etc. auch beeinflusst werden. Aber damit meine ich nicht das aktive gewollte Beeinflussen, sondern es kann etwas in mir auslösen und etwas verändern.

    Das Leben mit meinem Hund seit über 8 Jahren hat mich auch sehr beeinflusst und viel verändert. War aber sicher keine Absicht seinerseits. 🙂

    Beeinflussung kann ja auch sehr positiv sein – oder auch negativ. Kontrolle halte ich für an sich negativ, wenn sie aus egoistischen Gründen erfolgt. Kontrolle kann natürlich auch gut sein, aber in einem anderen Sinn – nicht im persönlichen Bereich!

    LG
    Eva


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