Verfasst von: Eva | 17/11/2017

Gedankenanstoß – Um in der Gegenwart zu leben, muss sie angenommen werden

Dieser Artikel ist eigentlich nur eine Ausweitung des letzten Gedankenanstoßes „Das Leben findet in der Gegenwart statt“. Ich bekam dazu ein E-Mail von einer Leserin, die meinte, sie wolle ja in der Gegenwart leben, aber sie wisse nicht, wie sie das anstellen soll. Danach folgte eine ziemlich lange Liste, warum es nicht möglich sei, da doch so vieles im Argen liege.

Genau das ist aber der Punkt, der dazu führt, dass wir eben nicht in der Gegenwart leben (können):

Egal, wie schlecht die Situation bewertet wird, sie ändert sich garantiert nicht dadurch, dass man mit ihr hadert.


Was ist, ist – eine Tatsache, um die man nicht herum kommt. Ob die Lage nun beglückend oder zutiefst frustrierend ist, ist dabei unerheblich. Akzeptanz bedeutet in gewissem Sinn eine Bestandsaufnahme – und ganz wichtig dabei – ohne Klagen und Jammern. So als würde man einmal die Situation nur rational ansehen. Was dabei passiert, ist Selbstdistanzierung, ein wenig so, als würde man sich von außen selber betrachten. Selbstdistanzierung ist wichtig, um sich einen klaren Überblick zu verschaffen.


Es ist natürlich nicht so, dass damit alle Probleme verschwinden, aber man richtet nicht den Fokus auf sie (was man bei Nicht-Akzeptanz in übertriebener Weise tut). Eine nicht akzeptierende Sichtweise bedeutet im Grunde, in der Frustration bzw. im Jammern hängen zu bleiben, weil es nicht so ist wie vorgestellt, aber zugleich nicht die Möglichkeiten auszuschöpfen, die in der Gegenwart vorhanden sind, um seine Lage zu verbessern.


Eine akzeptierende Sichtweise findet sich zuerst einmal damit ab, was ist und zieht damit die Energie von den Vorstellungen zurück in die Ist-Situation. Will man die gegenwärtige Lage verändern, braucht man diese Energie dringender als für den Kampf mit der Realität. Stellt sich das Gefühl der Akzeptanz ein und steigt der Energiepegel damit an, kann man ihn dazu nützen, zu überlegen, welche (oft nur kleine) Schritte man setzen könnte, um sich in der Realität besser einzurichten.


Es gibt den Begriff der „Selbstwirksamkeit“. Dieser bedeutet die Gewissheit, durch eigene Handlungen etwas bewirken zu können, selbst dann, wenn es schwierig wird. Das heißt nicht, dass man die Macht hat, alles zu steuern oder für jedes Problem die perfekte Lösung zu finden, aber es bedeutet auch nicht, dass man handlungsunfähig in die Welt geworfen ist und keinerlei Spielraum hat, sie im eigenen Rahmen zu gestalten. Man muss sich das nur bewusst machen. Wem das noch immer zu theoretisch ist, hierzu eine kleine praktische Übung: Sagen Sie sich regelmäßig den Satz „Ich nehme mein jetziges Leben an“ vor.

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