Verfasst von: Eva | 26/08/2015

Warum Narzissten nicht wissen, dass sie Narzissten sind

Ich habe sehr lange gebraucht, um Narzissmus wirklich verstehen zu können. Konfrontiert war ich damit oft, aber einfühlen konnte ich mich kaum. Es war jedoch wichtig für mich, auch diese (neurotische) Verhaltensvariante verstehen zu können, um nicht zu leicht in die Falle zu tappen. Es ist nämlich kein Zufall, immer wieder schlechte Erfahrungen mit Narzissten zu machen – irgendwie muss man sich komplementär zu ihnen verhalten, um als „Opfer“ in Frage zu kommen.

Es gibt leider nicht nur den „klassischen Narzissten“, der offen egoistisch agiert. Es gibt viele verschiedene Spielarten, von denen manche gar nicht so einfach zu erkennen sind. Deshalb ist er auch für ein aufmerksame Gegenüber oft schwierig zu erkennen. Im Gegensatz zum dominant-egoistischen Narzissten gibt es zum Beispiel auch den devot-unterwürfigen.

Auch wenn Letzterer nicht auf den ersten Blick narzisstisch erscheint, teilt er sich doch mit dem klassischen Narzissten das entscheidende Merkmal aller Narzissten:

Er kann andere Menschen nicht als „DU“ wahrnehmen. Er ist übermäßig auf sein „ICH“ fixiert.

Andere sind nur insofern wichtig für ihn, als sie ihn bestätigen – oder ablehnen. Er sucht permanent Anerkennung, sein Selbstwertgefühl ist äußerst brüchig, er hat keinen stabilen inneren Wesenskern. Er will andere beeindrucken, er will nicht kritisierbar sein. Ob er das durch Demonstration von Überlegenheit oder unterwürfige Liebenswürdigkeit erreicht, ist letztlich egal. Er sucht ständig nach Bestätigung seines Werts.

Narzissten haben kein stabiles Ich-Gefühl. Es definiert sich in erster Linie über die Rückmeldung anderer. Sie müssen positives Feedback erhalten, um sich gut zu fühlen, da sie so weit entfernt von Selbstannahme sind. Und ebenso weit entfernt sind sie von ihrem ursprünglichen Selbst. Sie beziehen ihre Identität nur von außen. Auf Kritik reagieren sie entweder überempfindlich und deprimiert – oder überzogen abwehrend und aggressiv. Beides deutet auf ein im Grunde sehr schwaches Selbstwertgefühl hin.

Ihre Überlebensstrategie in der Kindheit war, durch Anpassung schmerzhafter Kritik zu entgehen. So verknüpften sie von klein auf ein gutes Seinsgefühl mit Lob für die Anpassung an die Erwartungen anderer. Dieses Muster – jahrelang gelebt und eingeschliffen – wurde zu ihrer Normalität.

Bis hierhin unterscheiden sich unterwürfig und offen egoistisch agierende Narzissten nicht. Beide haben wenig Gefühl für ihre wirklichen Bedürfnisse (und damit natürlich auch für die anderer), erhielten nur durch bestimmte Verhaltensweisen und Leistungen diese an Bedingungen geknüpfte Zuneigung. Es gibt vielfältige Gründe, warum manche vollkommen in diesem Muster stecken bleiben und andere es quasi „umkehren“. Diejenigen, die es umkehren, spüren irgendwann den Betrug.

In Wirklichkeit sind sie tatsächlich betrogen worden. Sie haben früh gelernt, dass es „Liebe“ nur unter bestimmten Bedingungen gibt. Liebe ist aber keine Liebe, wenn sie an Bedingungen geknüpft ist – im besten Fall ist sie Zufriedenheit mit dem gewünschten Verhalten, das positiv honoriert wird. Aber ein Kind, das nur „geliebt“ wird, wenn es sich wie gewünscht verhält, wird in Wahrheit überhaupt nicht geliebt.
Diejenigen, die den Betrug erkennen, entwickeln daraus die Einstellung, dass ihnen die Welt etwas schulde. Da sie sich so sehr bemüht haben, alles gut und richtig (wie gewünscht) zu machen, aber dennoch am Ende nicht das bekommen haben, was ihnen dafür versprochen wurde (Liebe), ist später ihr Grundlebensgefühl des „Zu-kurz-Gekommenseins“.
Sie irren sich nicht, denn so war es auch. Sie erkennen nur nicht, dass sie einem fundamentalem Irrtum aufgesessen sind: Liebe kann man sich nicht verdienen, es ist komplett unmöglich, nur wegen seiner Leistungen geliebt zu werden. Aber sie versuchen es immer weiter.

Natürlich geht es ihnen vordergründig nicht um Liebe, denn die haben sie ja nie kennen gelernt. Es geht ihnen um Anerkennung bis hin zu Bewunderung. Im Grunde erwarten sie von anderen Menschen das, womit sie sich endlich wertvoll fühlen könnten. Das kann paradoxerweise bis zur Selbstaufgabe gehen, indem sie sich irgendwelchen „Erfolgsregeln“ unserer Gesellschaft unterwerfen, ohne auch nur im Geringsten zu hinterfragen, ob sie diese sinnvoll finden – bzw. durch permanentes „Zu-Diensten-sein“, mit dem sie sich als den perfekten Menschen darstellen.

Der Irrtum ist jedoch bei beiden der gleiche: echtes Selbstwertgefühl kann nie durch Lob entstehen, jedenfalls nicht mehr beim Erwachsenen. Und ich denke, in Wahrheit eigentlich auch nicht beim Kind. Es muss spüren, dass es auch mit seinen Fehlern und Schwächen um seiner selbst willen geliebt wird, sonst hilft alles Lob für gewünschtes Verhalten oder gute Leistungen nicht.

Sie haben keinen klaren Blick auf die Gegenwart, sie realisieren nicht, dass sie selber längst erwachsen geworden sind und ihnen keiner ihrer Mitmenschen etwas schuldet. Dass es sich dabei nur um ein inneres Manko handelt, das sie nur selbst auflösen können, indem sie sich ihm stellen, begreifen die wenigsten. Aber damit sehen sie in anderen immer wieder nur „ideale Stellvertreter“ ihrer frühen Bezugspersonen und werden schnell grausam, wenn sich diese nicht als ideal erweisen.

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass narzisstisch geprägte Menschen unglaublich wenig Gespür für sich selbst haben. Sie sehen weder ihre Stärken noch ihre Schwächen klar. Sie überhöhen sich in einigen Bereichen zu stark (ich vermute, das sind jene Bereiche, die von ihren Bezugspersonen besonders honoriert wurden) und negieren dafür andere Eigenschaften, die offensichtlich sind. Oft sogar ihre wirkliche Stärken.

Da die meisten Menschen selten tiefer unter die Oberfläche ihrer Mitmenschen dringen, können sie auf diese Art recht erfolgreich blenden. Problematisch wird es nur dann, wenn ihnen jemand tatsächlich nahe kommt und sich nicht von ihrer Fassade täuschen lässt. Doch das passiert ihnen selten, weil sie alles tun, um dies zu vermeiden.
Am ehesten ziehen die zwei Gegentypen von Narzissten sich an: der Unterwürfige den Großartigen und umgekehrt. Sie sind durch dasselbe Grundthema verbunden und passen in ihren Mustern perfekt zusammen. Keiner hat ein echtes Gespür für sich selbst oder den anderen. Derjenige, der bewundert, wird von niemand sonst so viel positive Rückmeldung bekommen wie von dem, der seine Großartigkeit bestätigt sehen will. Und dieser erfährt von niemand sonst so viel Bewunderung. Das Traurige ist nur, dass die Beziehung nicht echt ist – jeder sucht nur seinen eigenen Vorteil, auch wenn ihm das nicht bewusst ist. Zudem respektiert der Großartige in Wirklichkeit den Unterwürfigen nicht – er ist Mittel zum Zweck und sollte er sich je entwickeln und aus seinen Mustern aussteigen, würden sich quasi zwei Fremde gegenüber stehen.

Es gibt aber noch eine Konstellation, die häufig auftritt: Der Narzisst und der naive Idealist. Sie geht selten lange gut, aber eine Weile profitiert der Narzisst sehr stark von den Mustern des Naiven. Dieser neigt zum Idealisieren, weil das ein Muster von ihm ist. Er bekam echte Liebe von einer Bezugsperson, die schwach war und ihm keinen Halt bot. Er musste sie idealisieren, um das Bisschen Liebe nicht zu verlieren. Seine feinen Sensoren lassen diese frühe Liebesbeziehung wieder aufleben, wenn er an einen liebenswürdig auftretenden Narzissten gerät, hinter dessen Fassade er Schwäche spürt. Er tut alles, um ihn zu stärken – wie schon bei seiner frühen Bezugsperson. Um irgendwann völlig desillusioniert feststellen zu müssen, dass er bei der leisesten Forderung – sie muss nicht einmal ausgesprochen sein, es kann auch sein, dass dem Narzissten klar wird, dass da jemand eine „echte Beziehung“ haben will (egal, ob Freundschaft oder Liebesbeziehung), die mit einer gewissen Verantwortung einher geht – und damit ist er komplett überfordert.

Denn eine echte Beziehung bedeutet auch, nicht nur dem anderen, sondern auch sich selbst nahe zu kommen. Und das kann er einfach nicht, weil die Angst davor viel zu groß ist. Wenn Gefahr droht, sein überhöhtes Selbstbild zu verlieren, bleibt nur mehr sehr wenig von ihm übrig.

Natürlich gibt es einige Wenige, die es schaffen, ihre Muster aufzubrechen und sich dem zu stellen, was dahinter liegt. Aber es ist höchst unwahrscheinlich, denn normalerweise bleiben die Menschen in ihren Mustern – bis zu ihrem Tod. Sie suchen sich immer wieder Menschen, die sie aufgrund ihrer eigenen ungesunden Muster in ihren bestätigen. Es scheint, als wäre das der einfachere Weg.

Allerdings ist es nicht so. Denn es verhindert die Befreiung von schädlichen Prägungen und dem authentischen Lebensausdruck. Und nur damit können wir echte Lebensfreude empfinden. Doch in den meisten Fällen wird dies auf dem Altar des Egos geopfert. Es ist wahrscheinlich in letzer Konsequenz eine Frage des Bewusstseins, welchen Weg man wählt. Und warum manche sich der Bewusstheit zuwenden und manche nicht, kann ich auch nicht sagen. Das ist ein Rätsel, das ich bisher nicht lösen konnte.

Vermutlich hat es viel mit Leidensdruck zu tun: solange man noch halbwegs erträglich mit seinen Mustern durch kommt, hält man an ihnen fest. Erst wenn man gar nicht mehr kann, ist man gezwungen, sie loszulassen und sich neu zu orientieren.

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Responses

  1. Das ist ein höchst interessanter Artikel – vielen Dank!

  2. Liebe Sylvia,
    danke für dein Feedback. Ich glaube, das ist ein komplexes Thema, bin aber dennoch überzeugt davon, dass es im Kern darum geht, dass Narzissten wie in einem Kokon leben, der keine echte Verbindung zu anderen ermöglicht. Deshalb ist ihnen die Befindlichkeit anderer auch relativ gleichgültig, weil sie kaum mitfühlen können. Selbst wenn sie oft sensibel wirken, dreht sich ihre Sensibiltät doch nur um das Eigene. Das Eigene können aber auch Kinder, Freunde, Partner sein – sozusagen als Teil ihrer Welt, nicht aber als jemand außerhalb ihrer selbst mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen, insbesondere mit solchen, die nicht in ihrem eigenen Sinn sind. D.h. sie können trösten und wirklich nett sein, aber nur solange diese Bedürfnisse die Grundkonstellation nicht gefährden: man könnte es überspitzt so formulieren: „Ich bin ich, und du hast auch eine Funktion für mein Ich. Solange das funktioniert, bist du wichtig für mich, wenn nicht mehr, dann komme ich nicht mehr klar mit dir.“
    Narzissten kommen aus ihren Mustern auch deshalb nur sehr schwer heraus, weil sie sich auf keine berechtigte Kritik einlassen (können). Sie setzen sie mit Ablehnung ihrer ganzen Person gleich, was natürlich tatsächlich sehr verletzend wäre. Das Kartenhaus ihres grandiosen Selbstbildes verträgt nicht den leisesten Windhauch.

    LG
    Eva

  3. Liebe Eva,

    eine tolle Analyse. Ein bischen Narzissmus trägt ja so ziemlich jeder in sich. So kann ich mich in dem ein oder anderen Verhaltensmuster schon auch selbst wieder erkennen. Somit ist es schön, es mal wieder in mein Bewusstsein zu bringen und darüber zu reflektieren. Dafür mag ich
    Deine Artikel immer wieder gerne lesen. Wie ein kleiner wake up call. Schön!

    Dieses Verhalten macht unglaublich einsam. Ich kann es in meinem sozialen Umfeld immer wieder sehen. Es tut mir auch unglaublich leid wenn es um Kindererziehung geht. Im sportlichen Umfeld keine Seltenheit. Für uns im Umfeld schon unerträglich. Der Kontakt wird gemieden oder auf ein notwendiges Minimum reduziert so weit es möglich ist. Durch die fehlende Anerkennung unsererseits wird das Verhalten immer schlimmer, nun müssen die Kinder immer bessere Leistungen bringen, nichts ist gut genug. Die Kinder mittlerweile überheblich und extrem leistungsbezogen, werten einen jeden Anderen ab und das Schlimmste: durch das viele Training etc. kommt auch noch der sportliche Erfolg. Somit erhalten sie die gesuchte Anerkennung in Form von Plazierungen und internationalen Wettkämpfen. Jedoch sind sie als soziale Wesen unerträglich. wenn dann noch ein Helferberuf gewählt wird, ist der chronische Besserwisser und Abwerter in seinem Element. Er manipuliert nach Belieben Menschen die seine Hilfe benötigen, holt sich seine Bestätigung und zieht von Patient zu Patient, bzw. von Beziehung zu Beziehung. Und er findet immer wieder Menschen, die das Verhaltensspiel mitmachen. Die Betroffenen stecken es im günstigen Fall weg, entwickeln sich selbst weiter oder je nach der eigenen Kindheitsgeschichte, werden krank und kommen mit der Abwertung nicht klar, mit all den Folgen die daraus entstehen z.Bsp. Depression.

    Aus dieser Falle auszusteigen sowohl als Täter wie auch als Opfer, ist die Königsdisziplin. Nur wie kann der Durchschnittsmensch mit normalen Einkommen und einer Vierzigstundenwoche das bewältigen?

    Aus Reflexion wird schnell ein Dauergrübeln. Ich stelle mich sehr häufig in Frage bzw. mein Verhalten. Mir fehlt ein stabiles Umfeld mit dem ich darüber offen reflektieren kann und ich mich geborgen und gehalten fühle. Sehr viele oberflächliche Beziehungen und beruflicher wie sportlicher Erfolg können das nicht ersetzen. Bis jetzt kann ich nur durch Eigenstudium von psychologischer Literatur und seltenem Austausch wie jetzt hier mit Dir und Deinem Blogg oder dem seltenem Glücksfall einer Begegnung in Form eines Workshops meine Gedanken kommunizieren. Nur ist dies nicht der Alltag.

    Sei ganz lieb gerüßt, Lydia

  4. Liebe Lydia,

    sportliche Höchstleistungen sind natürlich eine Möglichkeit, Annerkennung für Leistung zu beziehen. Oft ein ganz trauriges Thema, da gebe ich dir recht. Dass viele Narzissten den Helferberuf suchen, halte ich aber für ziemlich unwahrscheinlich. Wenn schon in einer exponierten Lage, dann eher als „Chefs“, „Lehrende“ etc.. Ich glaube, Menschen in Helferberufen sind eher andere Typen. Natürlich gibt’s auch dort sicher Narzissten (habe selber einen Therapeuten kennen gelernt, der sich quasi für einen allwissenden Gott hielt und noch dazu autorität auftrat), aber trotzdem meine ich, die Mehrheit narzisstischer Persönlichkeiten ist dort nicht zu finden. Die müssen sich ja auch mit allerhand in ihrer langen Ausbildung mit viel Selbsterfahrung konfrontieren – ich glaube kaum, dass ihnen das zusagen würde. Eher würde ich sie da in irgendwelchen esoterischen Winkeln sehen, wo sie keine Ahnung von sich selbst zu haben brauchen und für diejenigen, die bei ihnen Hilfe suchen, automatisch einen „Expertenstatus“ haben.

    Du stellst aber eine sehr wichtige Frage – wie der „Durchschnittsmensch mit Vierzigstundenwoche und normalem Einkommen“ das bewältigen kann. Ich nehme an, du meinst damit, wie er soweit reflektieren kann, um die Dinge klarer zu sehen.
    Auch ich habe mir diese Frage schon oft gestellt und die Antwort darauf ist meines Erachtens: Gar nicht! Erstens, weil er weder die Zeit dafür hat, zweitens, weil es ihn gar nicht interessiert. Es sei denn, er hat so starken Leidensdruck, dass er mit seinen herkömmlichen Strategien nicht mehr durch kommt. Aber selbst da gibt es ja auch diverse Alternativen, angefangen von Sucht bis zu Medikamentenmissbrauch.

    Das bedeutet aber nicht, dass es sinnlos ist, wenn nur wenige sich auf diesen Weg machen. Nicht nur dir fehlt ein Umfeld, mit dem du offenüber solche Themen reden und reflektieren kannst – das findet man in unserer Gesellschaft kaum „als Umfeld“ (es sei denn, man arbeitet im psychologischen Bereich, wo es um Derartiges geht, aber auch da ist natürlich nicht jeder so offen) und ich bezweifle auch stark, dass ein Workshop oder Seminar dafür eine Garantie ist. Dort wird auch meist nur gepredigt, was erlernt wurde.

    Worauf es ankommt, sind die Menschen, die sich wirklich mit sich und den Gegebenheiten auseinander setzen. Und das sind nicht so viele, waren es nie und werden es nie sein. Die Masse ist einfach nicht so.

    Allerdings ist die Masse beeinflussbar und richtet sich immer nach dem, was von der Kultur als „normal“ vorgegeben wird. Wenn du zurück denkst, wie die Ansichten über viele Dinge vor 30 oder 50 Jahren waren, hat sich da schon einiges geändert. Zumindest hier. Das kann aber nur von denen kommen, die anders sind und denken. Es kommt nicht einfach von irgendwo „oben“ (ich meine damit keine religiöse Geschichte, sondern von zB Politikern oder Medien), das kommt schon auch von Einzelnen, die was anderes vorleben.

    Schau zum Beispiel die Entwicklung der Rechte und Akzeptanz von Homosexuellen an. Da hat sich auch gewaltig viel verändert und heute geht der Großteil der Bevölkerung relativ gelassen-tolerant mit diesem Thema um, während das früher komplett anders ausgesehen hat.

    Ich denke, wenn man nur sein eigenes Kind anders erzieht (wozu wieder viel Selbstreflexion gehört, sonst macht man unbewusst dieselben Fehler wie die eigenen Bezugspersonen), hat man schon viel getan. Das Kind bekommt vielleicht wieder Kinder und gibt denen ganz was anderes weiter. Mehr kann ein Einzelner nicht wirklich tun.

    Ich schreibe halt zusätzlich auf meinem Blog, weil ich versuche, Erkenntnisse zu teilen – oder auch zur Diskussion zu stellen. Und finde es immer wieder schön, wenn manche mir schreiben, dass sie so froh darüber waren, einiges hier gelesen zu haben, womit sie sich vorher ziemlich alleine gefühlt haben, dem sie aber innerlich zustimmen.

    Es ist schon oft auch so, dass sich Menschen mehr Gedanken über alles machen, aber außer dem ganzen Mist, der von diversen Ratgebern verbreitet wird – in erster Linie Techniken, die in Null komma nichts alle Probleme lösen sollen – nicht viel finden. Das ist aber auch stark narzisstisch gefärbt! Hauptsache, mir geht’s gut und hinter mir die Sintflut, zeugt ja auch nicht gerade von Weiterentwicklung und mehr Reife.

    Im Grunde geht’s nicht darum, ein problemloses Leben zu führen, sondern um den Umgang damit. Wenn jeder tut, als sei er wer weiß wie toll drauf und dahinter lauert ein Abgrund, den er tunlichst ignoriert, tut das der nächste auch, weil er nicht irgendwie als Versager da stehen will. Das ist komplett verrückt, denn es erzeugt nur Fassaden.

    LG
    Eva

  5. Liebe alle,
    wenn jemand hinter einer Fassade leben will, seine/ihre Sache. In mir sagt ein mittlerweile gut entwickeltes Warnsystem „Don’t touch“ – Finger weg von Menschen, die mich für ihre Zwecke benutzen und denen ich als Mensch egal bin. Ich will in fremden Inszenierungen nicht mehr mitspielen. Das soziale Leben wird überschaubarer, hab ich festgestellt, das macht aber gar nichts. Statt inszeniertem Effekt Substanz. Man kann mit sich allein sehr schöne Stunden verbringen. Und mit den wenigen, die keine Angst davor haben, authentisch zu sein, gibt es erbauliche Begegnungen: tiefgründige Gespräche, schweigendes Zusammensein, lauthalsiges Lachen, leidenschaftliches Ringen um Erkenntnis etc.In diesem Sinn, ein Hoch auf das Leben.
    Veronika

  6. Liebe Eva, dein Text zum Narzissmus ist ausgezeichnet. Gibt es zum Typus des liebenswürdig auftretenden Narzissten eine Literaturempfehlung von dir? Ich find diese Form ja besonders gefährlich. Liebe Grüße und alles Gute. Veronika

    • Liebe Veronika,

      freut mich, dass du mit meinem Text etwas anfangen kannst. Ich kann dir leider keine Literatur empfehlen, da ich durch Beobachten und Erfahrung selber zu diesen Erkenntnissen gekommen bin. Vermutlich gibt es Bücher darüber, aber ich kenne keins. Mich hat überhaupt wenig angesprochen, das ich über Narzissmus gelesen habe. Ich kann dir aber einen Link dazu empfehlen. Was ich da gelesen habe, hat mich sehr überzeugt – es ist aus dem Leben gegriffen:
      http://www.narzissmus.org/.

      LG
      Eva

  7. Hallo Eva,

    ich habe mit eine Narzisstin 2 kleine Kinder, die Frau ist meine „Große Liebe“.
    Leider hat sich erst vor 5 Jahren seit Geburt der Kinder ihr wahrer Charakter gezeigt, extrem rechthaberisch, extrem leicht reizbar, extrem kritikunfähig und leider auch mir gegenüber mehrfach handgreiflich geworden, die 2 Strafanzeigen konnte ich mit „Familie ist wieder zusammen und will in Urlaub fahren etc“ wieder geradebiegen.
    Was mein Problem ist: Ich komme einfach von diese Frau nicht los, auch wegen der kleinen Kinder, bei jedem kleinen Anzeichen/Einladung springe ich sofort wieder an, jedoch dauern Ihre Streitphasen oft Monate, bis Sie wieder von heute auf morgen, versucht freundlich zu sein, als wenn diese Frau 2 Gesichter hätte.
    Wir leben zum 3. Mal wieder getrennt, die Kids sind bei Ihr, auch die Umgangsregelung und die Höhe des Unterhalts musste alles vor Gericht teuer erstritten werden, normal telefonieren etc. geht garnicht, endet alles in Beleidigungen und Erniedrigungen höchsten Ausmaßes.
    Welchen Rat kannst du mir geben?

    LG Jürgen

    • Lieber Jürgen,

      ich kann dir keinen Rat geben. Erstens habe ich dazu viel zu wenige Informationen und zweitens halte ich ohnehin wenig von Ratschlägen, die andere in einer anderen Situation und mit anderen Erfahrungen meist locker aus dem Ärmel schütteln. Alles, was ich tun kann, ist dir mitzuteilen, was ich zu deinen Ausführungen denke. Sie bestehen ja nur aus wenigen Sätzen, daher sind meine Gedanken natürlich auch nur auf diese wenigen Zeilen bezogen.
      Was du dabei noch bedenken musst: du beschreibst natürlich nur deine Sichtweise. Ich habe keine Ahnung, in welchen Situationen sich das Rechthaberische oder Reizbare wie ausgedrückt hat. Handgreiflichkeiten, die von Frauen gegenüber Männern ausgehen, gibt es zwar und ich weiß das auch, aber du schreibst nicht, was dem voraus gegangen ist bzw. worin diese Handgreiflichkeiten überhaupt bestanden haben und wie du darauf reagiert hast.

      Ich denke, du hast dein Problem ohnehin schon selbst formuliert: “ Was mein Problem ist: Ich komme einfach von diese Frau nicht los,..“. So sehe ich das auch. Es gäbe viele, die dieses Problem nicht hätten. Für mich hat das mit Selbstachtung zu tun. Wenn man sich gegen diese verhält, handelt es sich meist um eine Abhängigkeit, die stärker als die Selbstachtung (oder die Fähigkeit zum Selbstschutz) ist. Das ist offenbar dein Thema, ganz egal, welches deine Frau hat.

      Für mich hört sich ihr Verhalten gar nicht so sehr nach Narzissmus an – eher geht es Richtung Borderline, wenn das alles wirklich so dramatisch abläuft. Es gibt eine Menge Literatur darüber, als erste Information kann ich dir http://www.borderline.at/ nennen. Ist deine Frau eigentlich in Therapie?

      Ich denke, es geht weder ihr noch dir gut, aber was ich für das Allerschlimmste halte, ist, dass da zwei kleine Kinder involviert sind, denen es mit Sicherheit noch weniger gut geht. Die Last, die sie für ihr ganzes Leben in so einer Situation mitbekommen, ist sehr schwer. Sie lernen nicht nur durch das Vorbildverhalten ihrer Bezugspersonen völlig ungesunde Strategien, auch bleiben ihre natürlichen Bedürfnisse nach Geborgenheit, Zuwendung und Halt unerfüllt und das bewirkt normalerweise früher oder später eigene psychische Probleme, die durchs ganze Leben mitgeschleppt werden können.

      Somit kann ich dir nur sagen, dass ich das größte Problem für die Kinder sehe, weil sie ja an der Situation überhaupt nichts ändern können und von euch abhängig sind.
      Schau mal hier:
      http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article114823365/Psychisch-kranke-Eltern-ueberfordern-ihre-Kinder.html oder
      http://www.forumgesundheit.at/portal27/portal/forumgesundheitportal/content/contentWindow?action=2&viewmode=content&contentid=10007.688680

      Somit kann ich dir nur sagen, was ich für vernünftig halte: kümmere dich um deine Problematik, um eine starke Bezugsperson für deine Kinder zu werden. Das ist das Wichtigste, denn du bist für sie verantwortlich. Wenn deine Frau dazu nicht fähig ist, sich zu helfen oder helfen zu lassen, kannst du daran nichts ändern.

      Alles Gute und liebe Grüße
      Eva

  8. Liebe Eva,

    ich bin außerordentlich beeindruckt von Deinem Text zum Thema. Ich war von April 2014 bis Okt. 2015 in einer (im Innenverhältnis) wundervollen Liebesbeziehung. Wundervoll deshalb, weil wir in der ganzen Zeit quasi keine Konflikte hatten, obwohl wir täglich zusammen waren. Meinungsverschiedenheiten lösten wir bemerkenswert schnell, konstruktiv und zielführend. So wuchs die Liebe, Nähe und Vertrautheit von Monat zu Monat. Im Innenverhältnis deshalb, weil Sie noch verheiratet war und wir unsere Liebe nicht offen zeigten. Ihr Mann interessierte sich schon lange nicht mehr für sie und arbeitet in der Schweiz, ist nur am Wochenende hier. Sie arbeitete bei mir im Betrieb und Abends sahen wir uns auch sooft es ging. Es war, da waren wir uns einig etwas festes, etwas ernstes mit Zukunftsperspektive, definitiv keine Affäre. Diese Feststellung war ihr mindestens so wichtig wie mir.
    Nachdem das Unvermeidliche, die Trennung der beiden im August 2015 kam, (Er verließ sie) bekam sie eine Krise mit Krankschreibung und psych. Medikation. Im Sept. verbesserte es sich zusehends und im Okt. waren wir wieder ein Herz und eine Seele. Im Oktober trafen wir dann auch gemeinsam Entscheidungen, die man SO NUR trifft, wenn man in einer festen Liebesbeziehung mit Zukunftsplänen ist. (gemeins. Mietvertrag Haus, Möbel, Küche, was ich nach 1,5 Jahren Liebesbeziehung selbstredend ohne Hintergedanken finanzierte) Als ihr Umzug zum 1.Nov. anstand, an dem ich mich aus nachvollziehbaren Gründen nicht beteiligen wollte und sollte, (wir waren uns einig, daß ich, wegen ihrer Kinder frühestens in einem Jahr überhaupt in Erscheinung trete) veränderte sich ohne Vorwarnung ihre Haltung zu mir so radikal und gnadenlos, daß ich nicht mehr wusste, wie mir geschieht. Von „Hasi“ „Schatzi“ „Schnucki“ war übernacht NICHTS mehr da und es sollte auch nie wieder zurück kommen. Vollständiger Kontaktabbruch, nur noch Krankenscheine, aus WhatsApp Nachrichten von mir wurde seit dem jeglicher positiver Inhalt überlesen, kritische Bemerkungen dafür umso heftiger pariert. Keine Begründung, keine Erklärung und vor allem keine Empathie. Erstaunlicherweise dafür Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Ich war zugegebenermaßen in den letzten drei Monaten sehr penetrant und hartnäckig, weil ich die Entwicklung nicht verstand und bis heute nicht verstehe. Seit Dez. gehe ich zum Therapeuten, denn meine lieb gemeinten Angebote und Signale, die die Vorwürfe vollends entkräfteten, blieben wirkungslos. (z.B. „Du wolltest durch Geld Macht und Kontrolle“ => Schenkungserklärung von mir an sie)

    Bis vor einigen Wochen hatte ich keine Vorstellung von Narzissmus. Die Verhaltensmuster meiner Ex Partnerin zeichnen aber leider immer wieder ein recht eindeutiges Bild.

    Nun hat sie es dem Anschein nach geschafft, sich wieder als Opfer zu positionieren und mir in den Augen von Freunden, Familie und Bekannten damit einen Rollentausch aufzuzwingen. Auffallend ist, daß ich jetzt mit Attributen und Schlagworten wie „manipulieren“ „Macht“ „Kontrolle“ belegt werde und so mundtot bin.
    Das Geld ist mir ziemlich egal, aber mein Bild in der Öffentlichkeit (ich bin Kaufmann) ist mir nicht einerlei. Aus der aufgezwungenen Rolle des Tyrannen agiert und argumentiert es sich natürlich besonders schwer, weil die Betroffenen bereits voreingenommen sind und ggfs. mit Augenrollen reagieren, anstatt sich für die wahren Ereignisse zu interessieren. In so einem kleinen Ort, nicht leicht zu ignorieren.

    Ich habe einen weiteren sehr treffenden Text im Netz gefunden:

    http://www.geistundgegenwart.de/2014/06/manipulation.html

    Ausserdem noch eine tolle Webseite:

    http://umgang-mit-narzissten.de/

    • Lieber Rolf,

      oh je – hört sich alles nicht gut an. Wir können leider nicht jeden Menschen nach kürzester Zeit in all seinen Facetten durchschauen, ganz besonders dann nicht, wenn noch Verliebtheit hinzu kommt. Es ist außerdem kein Zufall, in wen wir uns verlieben.

      Was ich mir aber beim Lesen deines Kommentars gedacht habe – irgendwie kommen ja doch immer Menschen zusammen, deren „Muster“ zusammenpassen. Damit meine ich, dass ein Narzisst viel eher mit jemandem zusammen kommt, der ihm in seiner Art entgegen kommt als mit einem anderen Narzissten. Ich glaube kaum, dass zwei Narzissten lange zusammen bleiben könnten. Es ist uns selbst nicht bewusst, aber vieles in uns – und natürlich im anderen auch – reagiert auf feinste Signale, die jeder aussendet. Ich fürchte, dass deine Beziehung niemals so wundervoll war, wie du glaubst.
      Du schreibst zum Beispiel: „gemeins. Mietvertrag Haus, Möbel, Küche, was ich nach 1,5 Jahren Liebesbeziehung selbstredend ohne Hintergedanken finanzierte“. Ohne Hintergedanken nehme ich dir sofort ab, aber wieso „selbstredend“? Das ist nämlich nicht selbstredend. Auch wenn das jetzt nicht angenehm klingt, aber ich glaube sehr wohl, dass Menschen, die viel ohne Gegenleistung geben, von ihrem Wert und ihrer Bedeutung für den anderen in Wahrheit gar nicht so überzeugt sind. Was fällt dir dazu ein, wenn ich jetzt – provokant – den Satz schreibe: „Jemand überschüttet den anderen mit Liebe“? Hört sich das nach einer Beziehung auf Augenhöhe an oder doch nicht so ganz? Kommt da nicht schnell ein Bild von Bedüftigkeit in den Sinn? Und glaube mir eines – das spürt der andere mit Sicherheit! Auch wenn er noch so nett zu sein scheint, spürt er die Überhöhung seiner Person und genau das „braucht“ er. Speziell, wenn er narzisstische Züge hat.

      Ich meine das nicht als Kritik an dir, denn ich bin selbst schon in die gleiche Falle gegangen bin (und nicht nur ein Mal). Hat natürlich stark dazu beigetragen, dass ich mir über Narzissmus viele Gedanken gemacht habe – zugleich aber auch, warum er bei mir keine inneren Alarmglocken auslöst. Es hat immer mit der eigenen Geschichte zu tun und zumeist rührt es daher, dass einem der Umgang mit narzisstischen Menschen vertraut ist. Da man von diesen nie ausreichend Wertschätzung und Zuwendung bekommen hat, freut man umso mehr, wenn man später auf jemanden trifft, der zwar im Grunde gewisse Ähnlichkeiten mit der Bezugsperson aufweist und uns (endlich!) all das gibt, was wir damals nicht bekommen haben. Das ist praktisch die absolute Erfüllung eigener (früher) Bedürfnisse. Solange einem das nicht klar wird, kann es immer wieder geschehen.

      Wenn ich heute an die Beziehungen denke, in denen es mir so gegangen ist, würde ich heute keine davon mehr haben wollen. Manchmal bin ich nahezu fassungslos, was mir alles nicht aufgefallen ist, obwohl es mir eigentlich auffallen hätte können. Aber so läuft das, wenn man in alten Mustern agiert. Auch für die Narzissten selbst gibt es ja Gründe, warum sie so geworden sind. Ich vermute dahinter nicht nur die klassische Variante „Kind wird übermäßig verwöhnt“, sondern in vielen Fällen auch „Kind erhält nur Zuneigung für irgendwelche Besonderheiten“. Diese Besonderheiten gehen aber in die Richtung der Wünsche und Erwartungen der Bezugspersonen und sind oft gar nicht so besonders. Zu Recht fühlt sich das Kind (unbewusst) als ganzer Mensch, der es ist, nicht geliebt. Wenn dann später jemand in sein Leben tritt, der so wirkt, als würde er ihm endlich die nötige allumfassende Anerkennung geben, ist das natürlich ein attraktives Beziehungsangebot. Kleiner Schönheitsfehler: das kann kein Mensch einlösen! Das war ein natürliches kindliches Bedürfnis, das nie erfüllt wurde und man kann einen erwachsenen Menschen nicht die fehlende Mutter- oder Vaterliebe ausgleichen. Abgesehen davon ist bei solchen Menschen ja Liebe und Anerkennung/Bewunderung gleich gesetzt.

      Wenn man all das bedenkt, wird klar, dass deine „Penetranz“ (die ich bestens verstehe!) etwas zutiefst Abstoßendes für sie war. Denn dass du etwas einforderst, war im Plan nicht enthalten und damit wirst du sofort uninteressant und entwertet. Im Grunde geht’s nur darum: Gib mir grenzenlos, behandle mich wie eine Prinzessin“. Ein alter Wunsch, der zum Muster geworden ist. Leider sind gerade Narzissten nur in den seltensten Fällen dazu fähig (ich persönlich kenne keinen), ihre Problematik zu erkennen. Würden sie sich selbst realistischer sehen, müssten sie nämlich erkennen, dass ihre Wünsche völlig abgehoben sind. Ich kenne ein paar so Fälle und manche sind schon in ziemlich fortgeschrittenem Alter, haben sich aber nie ihrer Wahrheit gestellt, sondern spielen das alte Spiel in den verschiedensten Szenarien weiter.

      Leichter ist das für die „Gebenden“, denn sie müssen sich selber nicht von einem Sockel runter holen, sondern – im Gegenteil – ihr Selbstwertgefühl stärken. Ja, natürlich weiß ich, dass auch hinter Narzissmus kein großer Selbstwert steht, aber sie sind darauf konditioniert, zu glänzen und das aufzugeben halte ich für wesentlich schwerer. Es wäre eine Desillusionierung, ein Erkennen, dass man nie so gut war, wie man dachte, dass man von den Bezugspersonen für eigene Zwecke manipuliert wurde.

      Ich fürchte, du wirst den Leuten auch nicht wirklich erklären können, wie die Dinge liegen, weil die wenigsten so tiefgehendes Interesse daran haben. Am besten wäre wohl, wenn du den „Konkurrenzkampf“, wer eigentlich das Opfer war, sein lässt. Ich denke, wenn du dieses Erlebnis zum Anlass nimmst, deine eigenen Muster zu hinterfragen, kommst du da sehr gestärkt raus, das kann für dich äußerst wertvoll sein. Und mit einem neuen Selbstverständnis siehst du auch alles andere anders, bekommst auch eine andere Ausstrahlung. Die werden die Leute schon wahrnehmen.

      LG
      Eva

  9. Liebe Eva,
    ich danke dir für deinen Text. Ich bin (oder besser: war) seit fünf Jahren mit einem „milden“ Narzisst zusammen und habe, wohl wegen der eher milden Form eine Weile gebraucht, bis ich auf Narzissmus gekommen bin. Seitdem habe ich eine Menge einschlägige Literatur gelesen und war nicht wirklich befriedigt… auch wenn er in überzeugendem Maße die Kriterien erfüllt, fand ich mich nie in der Beschreibung der Partnerinnen wieder. Ich bin ziemlich selbstsicher, lobe wenig und meine Bewunderung ist sehr schwer zu erlangen. Die langen Leidensgeschichten der Frauen, die sich demütigen und sogar misshandeln lassen und trotzdem bleiben, empfand ich als unfassbar. Aber in ihrem Text habe ich mich wenigstens teilweise wiedererkannt… und zwar als die Idealistin. Die schwache, aber liebende Bezugsperson aus meiner Kindheit ist mein Vater, diese Schwäche habe ich direkt „geschnuppert“, als ich meinen Ex-Partner kennenlernte, fand aber bewundernswert, wie er sich um Stärke bemühte. Vor einigen Wochen habe ich Schluss gemacht, weil wieder einmal eine monumentale, dramatische und endgültige Trennung von ihm ausgesprochen wurde, um nach weniger als 48 h so zu tun, als sei nichts passiert. Ich war es endgültig satt, dass er sich von mir und jedem anderen abgelehnt und abgewertet fühlte bei den kleinsten und harmlosesten Bemerkungen. Jeder ist böse, dumm, dick, unkreativ, langweilig, neurotisch, nur er ist liebenswert. Selbstverständlich akzeptiert er die Trennung nicht, sogar einen Heiratsantrag hat er mir gemacht, und dann gibt es wieder Phasen, in denen er mir kalt zeigt, wie egal ich ihm angeblich bin. Was immer er macht, richtig kämpfen würde er nie, denn er wüsste ja gar nicht wofür. Mich berührt es relativ wenig. Ich bin manchmal traurig und fühle mich auch schon einmal einsam, aber auch befreit und geniesse die Zeit, die ich für mich habe. Es geht mir fast zu gut für eine klassische Trauerbewältigung. Ob er sich endlich der Realität stellt, weiss ich nicht, aber glücklicherweise ist es auch nicht mehr meine Angelegenheit.
    Ich muss noch zu unserer Schande gestehen, wir sind beide Psychologen… und, um es noch schlimmer zu machen, auch seine beiden langjährigen Ex-Beziehungen sind Psychologinnen. Eine sehr seltsame Tatsache, ob es Zufall ist oder eine Erklärung hat, ich kenne sie jedenfalls nicht.
    LG
    Nat

    • Liebe Nat,
      danke für die Rückmeldung. Ich bin zwar keine Psychologin (wollte es schon als Jugendliche werden, aber die Umstände haben es verhindert), doch ich habe die Leidenschaft, menschliches Verhalten zu ergründen, nie verloren. Nach einer jahrelangen intensiven Selbstschau, habe ich gemerkt, dass ich auch das Verhalten anderer immer tiefgehender erfassen konnte. Das eine ging mit dem anderen Hand in Hand – wobei aber auch eine starke Affinität zu diesen Themen, sehr viel Autodidaktik, große Gefühlstiefe und eine ganz feines Gespür für andere mitwirkt. Aus all dem heraus schreibe ich meine Artikel, keiner ist reine Theorie, ich gehe immer von der Praxis aus, denn ich bin auch sehr pragmatisch und brauche die Erfahrung, um etwas zu begreifen. Natürlich und vor allem auch an mir selbst.
      Das wollte ich nur dazu sagen, dass du sagst, du musst zu deiner Schande gestehen, dass ihr beide Psychologen seid. Wissen ist wichtig, auch notwendig, aber im Laufe der Jahre ist mir auch klar geworden, dass Wissen/Ausbildung alleine zu wenig ist – und manchmal sogar einen Tunnelblick begünstigt. Die Gefahr dabei ist, dass man meint, zu wissen und daraus alleine zu verstehen (auch sich selbst), ich habe aber die gegenteilige Erfahrung gemacht. Sich selbst zu verstehen, basiert nicht so sehr auf Wissen (im Hintergrund ist es gut), sondern auf Gespür und dem Erfassen von Zusammenhängen.
      Du hast einen Schlüsselsatz geschrieben: „als ich meinen Ex-Partner kennenlernte, fand aber bewundernswert, wie er sich um Stärke bemühte“. Wenn ich das in Verbindung mit deiner Aussage „Die schwache, aber liebende Bezugsperson aus meiner Kindheit ist mein Vater“ bringe, ist so klar, warum du später eine ähnliche Person suchst und ganz besonders stolz darauf bist, wenn diese sich um Stärke bemüht. Ich kann das noch ganz besonders gut deshalb verstehen, weil meine Geschichte deiner ähnlich ist. Die emotionale Anziehung des immer selben Typus, der an die frühe liebende Beziehung erinnert, wo aber die Stärke gefehlt hat, die ein Vater gegenüber dem Kind eigentlich haben sollte, ist der stets wiederkehrende Versuch, das alte Thema neu aufzumachen und es „zu Ende“ zu bringen (auf gute Weise), weil da immer etwas offen geblieben ist. Ich denke, auch du hast schon als Kind versucht, deinem Vater Stärke zu geben. Was du dabei übersiehst – soferne die Parallelen zwischen uns weiter gehen – ist, dass du schon als Kind stärker warst – eigentlich sein musstest- als dir bewusst ist. Und genau das spürt auch ein Partner. Er spürt dein Muster von Stärke und er spürt, dass du ihn stärken willst.
      Als Psychologin brauchst du sicher keine weitere Erklärung zum Ausgang solcher Beziehungen: sie werden immer im Ungleichgewicht bleiben, weil da ein Stellvertreter-Spiel gespielt wird, das niemals zum Erfolg führen wird. Denn ganz tief innen weißt du um die Schwäche des anderen und die Rolle der ewig Starken ist dir in Wahrheit weit unangenehmer als du vielleicht meinst. Es ist eine vertraute Rolle, aber eine, die auf alten Erfahrungen basiert und in der du dich nicht so ganz authentisch ausdrückst. Eben weil es gelernte Muster sind.
      Ich sage ja nicht, dass du nicht stark bist, aber Vorsicht mit der Überzeugung, du seist es zu sehr. Denn das ist niemand. Nur ist es nahezu unbekannt, auch seine „schwachen“ Seiten leben zu können, weil man es ganz anders gelernt hat. Und mit solchen Männern kann man das auch nicht, weil man durch sie automatisch in der Rolle der Starken ist. Dass die emotionale Anziehung dennoch auf den Typus bestehen bleibt, kann man meiner Erfahrung nach nur akzeptieren – es hilft aber schon eine Menge, sich klar zu sein, was da wirklich dahinter steckt.

      LG
      Eva

  10. Vielen Dank, liebe Eva, für deine Antwort. Du hast so recht mit dem, was du schreibst. Du sagst, Wissen sei wichtig aber nicht alles. Ich habe das immer wieder feststellen können, weder Wissen hilft, wenn man es nicht „spürt“, noch Erfahrung hat einen Wert, wenn man sie nicht reflektiert. Genauso wie man im Alter nicht weise wird, bloss weil man alt wird… Weisheit braucht aktiv genutzte Zeit, nicht nur vergangene Zeit.
    Ich weiss nicht, ob ich durch meine Vorbildung es früher hätte erkennen müssen oder nicht. Abgesehen davon, dass viele Psychologen noch nie einen Narzissten gesehen haben und sich wahrscheinlich blenden ließen, finde ich fast, es spricht für mich, Menschen nicht als pathologische Diagnosenträger zu sehen. Ich habe auch nie in klinischer, sondern immer nur in Sozialpsychologie gearbeitet und bin daher sehr kritisch. Wahrscheinlich müssten wir auch fähig sein, uns von „ungesunden“ Menschen trennen zu kennen, ohne ihnen eine Narzissmus-Diagnose geben zu müssen… aber zugegebenermaßen ist es viel einfacher, wenn man dem anderen diesen Stempel aufdrückt. Es hilft, sich selbst zu rechtfertigen. Hätten wir alle ein wirklich gesundes Sebstwertgefühl bräuchten wir keine Rechtfertigung. Aber wer hat das schon?
    Du sagst das auch ganz richtig… ich bin sehr stark… und manchmal sehr schwach. Ich habe auch sehr viel schlechte Erfahrung mit meiner Schwäche gemacht, und meine Stärke ist zum Teil ein Reifeprozess und zum Teil ein Schutzmechanismus. Ich war nie so stark wie an seiner Seite, aber weil ich schon schnell fühlte, dass ich anders nicht überleben würde. Die Tatsache, dass er mich viel mehr liebte, wenn ich „schwach“ war, lässt sich auch so interpretieren, dass er dann leichter manipulieren konnte. Die Frage, die ich mir manchmal gestellt habe, ist, warum ein Narzisst sich eine eher dominante Partnerin „antut“. Tatsächlich ist aber all dies nicht mehr wichtig, sondern nur noch die Frage, warum habe ich ihn zum Partner gewählt. Was musste ich über mich lernen? Sicher war es eine Stellvertreterbeziehung -wie so oft- und vielleicht auch, weil ich nach einer langen Ehe und kurzem Alleinsein, einfach „gesellschaftliche Ruhe“ haben wollte. Ich bin 50 und hatte weder Lust, ewig Partner zu suchen, noch als Alleinstehende behandelt zu werden. Es war ein gutes Gefühl, was nicht heissen soll, dass ich nicht sehr verliebt war und ihn geliebt habe. Heute akzeptiere ich mein Alleinsein, ich habe nie Langeweile und bin gerne allein, aber manchmal ist es traurig und schwierig, wenn man viel mit Paaren zu tun hat und wenn man sich -ehrlicherweise- klar macht, dass es unwahrscheinlich ist, noch einmal einen „akzeptablen“ Partner zu finden. Aber es ist eben auch Teil des Lebenswegs… sich von dem zu lösen, was die Gesellschaft für uns vorgesehen hat.
    LG Nat

  11. Liebe Nat,
    erlaube mir, zu deinem Bericht etwas zu sagen. Ich bin 52 und auch allein, Mich hat berührt, dass du das Thema des Alleinseins und vielleicht Alleinbleibens angesprochen hast. Du hast geschrieben, dass dir nicht langweilig ist. Ich kenne das auch. Ebenso kenne ich die Momente, in denen ich gerne mit einem Mann, einem Liebespartner Dinge teilen würde – aber, da ist halt niemand.

  12. Liebe Nat, ich erlaube mir ein paar Worte zu deinem Bericht zu schreiben. Ich erkenne mich in deiner Beschreibung teilweise wieder, auch in der Tatsache, dass ich mit 52 allein lebe und mir nicht langweilig ist, aber manchmal eine Sehnsucht aufkommt nach Zweisamkeit. Rundherum lauter glückliche Paare. Ich habe keine Lust mehr auf Lernbeziehungen – zwei langjährige Liebesbeziehungen haben mich reifer und erwachsen gemacht, schmerzhafte Geburt, wie Geburten halt so sind. Ich erkenne jetzt, wenn mein Kinderanteil losrennt/schlägt/plärrt/wimmert…. Freu mich, wenn jemand für mich da sein mag, wenn nicht, kann ich das aber auch alleine handeln. Also, ich fühl mich erwachsen, seit Kurzem. Und dann finde einmal ein Pendant, meine damit, einen erwachsenen Mann, unkonventionell, authentisch, fähig bzw. bereit zur Empathie oder sowas Ähnlichem, humorvoll mit Bereitschaft zur Selbstverantwortung, der so eine wie mich cool findet. Wenn ich den treffe, wirds mich umhaun. Bis dahin gibt es so viele schöne Dinge auf dieser Welt, die unglaublich viel Freude machen.
    Lg und alles Gute.
    Veronika

    • Liebe Veronika,

      danke für deinen Kommentar. Ich möchte nur einen Einspruch erheben: „Rundherum lauter glückliche Paare“ ist wohl nicht ganz realitätsgerecht. Ich lebe ja auch schon lange alleine und kenne viele Paare. Die, die ich nur vom Sehen kenne, könnte man als glücklich ansehen, aber wenn es dann doch zu engerem Kontakt kommt, erst recht, wenn einer sich mehr öffnet und erzählt, kann von „glücklich“ keine Rede sein. Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass es sehr, sehr wenige glückliche Paare gibt. Die meisten wählen einfach diese Lebensform, weil es eben normal ist. Es geht ja auch bei etlichen gut, aber das große Glück ist es äußerst, äußerst selten. Das ist so etwas wie ein Lotto-Sechser, wenn es das wirklich ist.

  13. Liebe Eva,
    schön von dir zu lesen. Die glücklichen Paare habe ich mit einem Augenzwinkern geschrieben. Hoffe, es geht dir gut.
    LG
    Veronika

    • Liebe Veronika,

      danke – mir geht es sehr gut. Habe gerade eine ruhige Phase, die ich sehr genieße.
      LG
      Eva

  14. Ihr Lieben, Eva, Veronika, Nat,
    heute ist Heilig Abend und aus kurzen Momenten der Verzweiflung und Traurigkeit heraus, bin ich mehr als glücklich, auf Eure Kommentare gestoßen zu sein, in denen ich mich so unglaublich aufgehoben und verstanden fühle, einfach als „Seelenverwandte“ empfinde.
    Noch in diesem Monat werde ich 54, lebe ebenfalls allein, kann wie Ihr auch das Alleinsein genießen, sehne mich jedoch in so manchen Momenten unheimlich nach einer Partnerschaft auf Augenhöhe und im Allgemeinen nach Gleichgesinnten und echten Freunden.
    Es gäbe noch so vieles von mir, aus meinem Leben zu berichten, freue mich umso mehr, hier auf Menschen zu treffen, mit denen man ähnlich gelagerte Lebensgeschichten „dokumentieren“ kann, würde dies jedoch sehr, sehr gern live erleben wollen, mit reellen Gegenüber. Möchte ganz einfach raus aus meinem bisherigen, überwiegend „anonymen“, unechten Umfeld – möchte ehrliches, tatsächlich berührendes Miteinander erleben und spüren.
    Sollte es irgendwie möglich sein -wer auch immer sich für diese Seite verantwortlich zeichnet- reell zueinander zu finden, wäre dies mein schönstes Weihnachtsgeschenk ever.
    Herzliche Grüße und Umarmung von
    Angel

  15. Also zu erst muss ich mal sagen ….hier hast du dir viel Mühe gegeben deine Meinung auszusagen. ..und jede Meinung ist etwas wert …dennoch glaube ich gerade dadurch das du deine Meinung so extrem wiedergegeben hast …scheinst du andere Leute nur vor diesen Menschen schützen zu wollen ….Mensch bleibt Mensch …und sie sind nicht schlechter oder besser als du …außerdem ist das Leben hart genug auch ohne sich darüber Gedanken zu machen welche Person schlecht oder gut zu einem ist …und eig..jeder der diesen text von dir durch liest ….ist schon komplex beladen weil man nicht grundlos nach solchen Beschreibungen sucht …sondern eher davon ausgeht das die Gesellschaft komisch ist ….

    Ich möchte nur sagen das ist deine Meinung aber man sollte sich auf solche Beschreibungen nicht fixieren sonst kann es passieren das man sich schnell in etwas verliert was man eig gar nicht ist …. mit freundlichen Gruss dein Leser 😉

    • Lieber Kevin,

      wenn das für dich kein Thema – oder kein wichtiges ist – dann ist es in Ordnung so. Aber „das Leben ist hart genug auch ohne sich darüber Gedanken zu machen welche Person schlecht oder gut zu einem ist …“ gilt natürlich nicht pauschal. Wenn man in diesen Mustern hängt und immer wieder verletzt wird, ohne zu verstehen, was dahinter steht (auch bei sich selbst), ist es sehr wohl ein wichtiges Thema, das das eigene Leben hart macht. Am besten kann man sich nämlich den Herausforderungen des Lebens stellen, wenn man möglichst frei von hemmenden Verhaltens- und Denkweisen ist, die man selber nicht durchschaut. Das Ganze ist ja kein Selbstzweck, sondern als Hilfe zur Weiterentwicklung gedacht. Fixiert habe ich mich nicht darauf, aber es gibt Zeiten, wo man sich eben mit gewissen Problemen intensiv auseinandersetzen muss, um sie hinter sich lassen zu können.
      Fällt man nicht mehr leidvoll auf Narzissten rein, weil man das Thema halbwegs verstanden und aufgearbeitet hat, verblasst es zusehends, weil man anders damit umgeht. Und darin sehe ich viel Positives. Und ich gebe dir recht: wir brauchen unsere Energie für anderes, doch dazu muss man sich auch erst einmal von den Dingen freistrampeln, die sie behindern und uns immer wieder auf die gleiche Weise runter ziehen. Ich persönlich habe damit nur die besten Erfahrungen gemacht, sobald ich mit einem Thema wirklich durch war.
      LG
      Eva

  16. Ich wage es zu behaupten dass es meist Frauen sind die sich hinterfragen und somit an sich arbeiten. Bzw. Sich ihrer Störung bewusst werden.

    • Liebe Yvonne,

      damit liegst du sicher richtig, ich kann dir nur zustimmen.

      LG
      Eva

  17. Es gibt Narzissten welche wissen, dass sie Narzissten sind. Genauers und sehr viel mehr zum Thema erklärt sehr eindrücklich „HG Tudor“ aus der Sicht eines Narzissten selber https://narcsite.com/about/

    • Hallo Roberto,

      danke für den Tipp. Werde ich mir ansehen. Allerdings glaube ich, dass Narzissten, die wissen, dass sie Narzissten sind und sich damit auseinander setzen, eher Ausnahmeerscheinungen sind.
      LG
      Eva

  18. danke für diesen wirklich sehr guten Artikel!
    Ich finde den Titel aber etwas irreführend.
    Die meisten Narz wissen sehr wohl, das sie narzissisch sind. Es gibt ja diesen wunderbaren Narzissten Test, frage einfach:
    Wie sehr stimmen Sie der Aussage zu „Ich bin ein Narzisst“?
    In der Regel treffsicher!
    Inwieweit sich der Narzisst einer „Krankheit“ bewußt ist, ist schon fraglicher. Es gibt einige, die sich ihres schädigenden Verhaltens bewußt sind, aber nur sehr wenige. Ich denke es ist halt einfach Bewußtsein! Inwieweit bin ich fähig und willens hinzusehen, auf einen extrem schmerzhaften Anteil meiner Persönlichkeit? Dazu gehört wahre Stärke und Mut…..

    • Ja, leider leben wir einer ziemlich narzisstischen Gesellschaft (Jeder ist sich in der Ellbogengesellschaft selbst der Nächste) – von daher würden wohl etliche der Aussage, Narzisst zu sein, zustimmen. Ich glaube aber, dass damit eher eine Art umgangssprachlicher „Narzissmus“ gemeint ist, d.h. man schaut auf seinen Vorteil, ist ehrgeizig usw. Das ist durchaus gefragt und kommt in der Wirtschaft und Politik gut an.
      Darin wird doch eher etwas Erstrebenswertes angesehen, das den eigenen Selbstwert (vermeintlich) erhöht.
      In Wahrheit ist der eigene Narzissmus im zwischenmenschlichen Bereich kaum jemandem wirklich besusst, geschweige denn, dass dahinter oft ein sehr geringes Selbstwertgefühl steht, das beim kleinsten Windhauch ins Wanken gerät.
      LG
      Eva

  19. # Yvonne

    Nunja, ich bin der Mann,… sie wollte nicht „psychologisieren“

    Also auch anderstrum

    Nur… ich habe auch meinen „Narzissmus“ – und meist ist da ja der Komplementär, sonst ginge es nicht lange gut

    🙂


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